Die beiden Atomreaktoren Tihange und Doel and der belgischen Grenze haben ihre 30-jährige Auslegungslaufzeit (Baujahr 1975) bereits um 12 Jahre überschritten. Insgesamt weisen die beiden Kraftwerke tausende Risse auf!

Obwohl Belgien den Atomausstieg schon 2015 beschlossen hat, wurde die Inbetriebnahme der Reaktoren um weitere 10 Jahre bis 2025 verlängert. In dem von einer Atompanne bedrohten Gebiet wohnen Millionen Menschen, für die es weder Katastrophenschutz- noch Evakuierungsmaßnahmen existieren. Darüber hinaus sind die Kraftwerke komplett ungesichert gegen Flugzeugabstürze oder Terrorangriffe – Eine tickende #Zeitbombe!

Die Grünen fordern aus diesen Gründen schon seit Längerem:

(1) Die Gewährleistung eines frühzeitigen Alarmmechanismus‘ für Aachen

(2) Die sofortige Versorgung mit Jodtabletten aller Haushalte in Aachen

(3) Die Erstellung und regelmäßige Übung eines Evakuierungsplans

Diese Forderungen sind sicherlich gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass es in der Vergangenheit bei beiden Kraftwerken regelmäßig zu Störungen und Abschaltungen kam.

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Nun wurden bei Kontrollen des Atomreaktors Tihange-2 70 zusätzliche Risse im Verglich zu der letzten Inspektion in 2014 entdeckt.

Der belgische Innenminister Jan Jambon erklärte als Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen, dass die zusätzlichen Risse deshalb entdeckt worden wären, weil dieses Mal die Kamera während der Inspektion anders positioniert wurde – Wirklich eine geniale Idee! Vielleicht solle man das beim nächsten Mal nochmal so machen. Aber das könnte bedeuten, dass zusätzliche Mängel entdeckt werden würden. Leider wird man bei solchen unverschämten Erklärungen das Gefühl nicht los, dass um die Laufzeit der Reaktoren jeden Preis verlängert werden sollen – money rules!

Denn Grund zur Sorge gäbe es laut der offiziellen belgischen Atomaufsicht nicht – Risse hin oder her, die Arbeit des Reaktors wird wiederaufgenommen.

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Insgesamt hat die Atomaufsicht im Jahr 2015 ganze 3149 Mängel an dem #Atomreaktor Tihange 2 festgestellt. Diese Zahl hat sich laut der grenzüberschreitenden Initiative gegen das Atomkraftwerk Tihange (Organisation Nucléaire Stop) um 2,22 Prozent auf 3219 Mängel erhöht.

Die Situation ist kritisch – die institutionelle Untätigkeit kann fatale Folgen haben. Bitte vergesst nicht immer eine Packung Jodtabletten in der Küchenschublade liegen zu haben. Oder noch besser, informiert euch und werdet aktiv. Fragt bei lokalen Politikern nach: „Was genau machen Sie um die die imminente Bedrohung der belgischen Atomreaktoren zu beenden?“.