Es sind unfassbare Zahlen, die die Bertelsmann-Stiftung mit ihrem "Faktencheck Gesundheit" nun der Öffentlichkeit präsentiert hat, demnach hat ein Rückenschmerz-Patient je nach Wohnort eine bis zu 13 Mal höhere Chance unter dem Messer zu landen. Zahlen, die auch die WDR bestätigen kann. Der WDR ließ ein Team von Datenjournalisten 130 Millionen Krankenhausaufenthalte in Deutschland analysieren. Auch sie kommen zu dem Schluss, dass es vom Wohnort abhängig ist, wie oft und weswegen die Menschen auf dem Operationstisch landen. Besonders gerne wird immer öfter die lukrative Wirbelsäulenversteifung vorgenommen.

Bei den Rückenoperationen soll Hessen nach beiden Erhebungen der traurige Spitzenreiter sein.

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Dabei seien "fachfremde Effekte", die eine statistische Abweichung erklären könnten, berücksichtigt und demographische Unterschiede herausgerechnet, so die Bertelsmann-Stiftung. Nach WDR-Recherchen spricht viel dafür, dass auch einige niedergelassene Ärzte in dem System mit eingebunden und kräftig abkassiert haben. Laut einem Vertrag, der dem WDR vorliegen soll, wurden die Ärzte mit einem Jahresverdienst bis zu 500.000 Euro pro Jahr gelockt.

Unnötige OPs: Alle können überall betroffen sein

Doch es geht bei weitem nicht nur um Operationen am Rücken. In einem interaktiven OP-Atlas zeigt der WDR an 10 verschiedenen Operationen auf, wie oft wo in Deutschland operiert wurde. Dazu gehören ebenso Kaiserschnitte, das Einsetzen von Defibrilatoren wie auch Blinddarm- und Prostata-Operationen.

Was aber wirklich dem Fass den Boden ausschlägt ist, was Jürgen Spickenreuther, ein oberpfälzischer AOK-Direktor berichtet.

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Seit Anfang des Jahres seien die finanziellen Zuwendungen für Rückenoperationen gesenkt worden. Das habe aber nicht die erhoffte Senkung bei den Operationen gebracht, sondern das Gegenteil. Es sehe so aus, als werde die gesunkene Marge durch gestiegene Menge ausgeglichen, vermutet Spickenreuther.

Meine Meinung:

Für mich sieht das so aus, als hätten sich in vielen Regionen manche Ärzte und manche Kliniken [VIDEO] zusammen getan, um möglichst viel Reibach mit ihren Patienten zu machen. Ob sie ihnen nun unnötig die Prostata oder die Gebärmutter entfernen oder lieber die Wirbelsäule versteifen oder die Gallenblase rausrupfen, das scheint von der örtlichen Vorliebe der Ärzte und den Voraussetzungen der Kliniken abzuhängen.

Unter allen Menschengruppen gibt es Verbrecher. Natürlich auch unter Ärzten. Aber was ich nicht verstehe, warum wird das nicht untersucht und strafrechtlich verfolgt? Schließlich handelt es sich hier um schwere Körperverletzung, zum Teil mit Todesfolge. Im Grunde vielleicht sogar rechtlich um Mord, denn die Mordmerkmale Habgier und Heimtücke sind gegeben. Wieso ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei nicht?

Tipp: Die ARD-Doku "Operieren und kassieren" in der Mediathek. #Ärztepfusch #unnötige Operationen #Verbrechen