Es gab Zeiten, da war die Ergo Direkt (früher KarstadtQuelle #Versicherung) unter der Führung von Peter Martin Endres eine innovative Firma. Der ergraute Vorstandschef bot günstige Zahnversicherungen an und war sich selbst als Hauptdarsteller in lustigen Werbespots nicht zu schade. 2013 ging Endres und mit ihm scheinbar sämtliche gute Ideen. Denn es kommt nur noch Unfug aus der Nürnberger Konzernzentrale der #Ergo Direkt. Zuletzt den mit GMX und Web.de zusammengestellten Finanzschutz, der viel teurer als das Original mit wenig Mehrwert ist. Nun wirft man eine Ausbildungsversicherung auf den Markt.

Das Kind ist gar nicht versichert

Bei dieser Versicherung handelt es sich um eine reine kapitalbildene Lebensversicherung ohne wirkliche Leistungen für eine Ausbildung.

Werbung
Werbung

Die Ergo Direkt führt dabei allen ernstes folgendes Rechenbeispiel an: 3.000 Euro Versicherungssumme, Laufzeit 18 Jahre und der Beitrag liegt bei 16,64 Euro (Quelle: ErgoDirekt Homepage, Stand 4. Juli 2017). Diese Monatsprämie auf 18 Jahre gerechnet, hieße im genannten Beispiel, dass man 3.594,24 Euro einzahlt. Die versicherte Person ist dann noch nicht mal das Kind, sondern ein Elternteil, das halt, wenn es denn will, Tochter oder Sohn als Begünstigten angeben kann. Aber nicht muss.

Todesfallsumme bleibt oft passé

Zwar wirbt das Unternehmen mit einer Todesfallabsicherung ohne Gesundheitsprüfung. Schon nach einem Jahr bekäme man die Versicherungssumme nach Vertragsende ausgezahlt. Will heißen: Stirbt Mama oder Papa, dann läuft die Versicherung beitragsfrei weiter und erst zum vereinbarten Laufzeitende kriegt man das Geld.

Werbung

Eine völlig unsinnige Regelung. Der Vormund des Halbwaisen kommt also, sollte denn das Kind der Begünstigte sein, nicht vorzeitig an das Geld ran. Stirbt die versicherte Person im ersten Jahr, gibt's nur die Beiträge zurück. Es sei denn, man hat einen Unfall.

Fazit: Irreführende Bezeichnung

Die Ergo Direkt verkauft seine Kapitalversicherung einfach neu als Vorsorge für die Ausbildung. Das ist Augenwischerei. Die Versicherung ist außerdem pfändbar, wenn der Versicherungsnehmer Schulden hat. Das Kind ist nur dann Begünstigter, wenn es der Versicherungsnehmer so will. Was das alles mit einer Ausbildung zu tun haben soll, weiß wohl nur die Ergo. Tipp: Eröffnen Sie lieber ein Tagesgeldkonto auf den Namen des Kindes. Da gibt's zwar wenig Zinsen, aber das Geld ist pfändungssicher (bis zur Freigrenze ZPO für Minderjährige, ca. 3.000 Euro je Kind). Und auch die Startzuzahlung ist unsinnig. Die beworbene Startzuzahlung von bis zu 500 Euro muss man auch nicht der Ergo Direkt in einer Ausbildungsversicherung 18 Jahre lang überlassen. Das Geld kann Oma einfach zum 18. oder Ausbildungsbeginn auf's Girokonto überweisen. #Finanzen