Vom 12.07.2017 bis zum 14.07.2017 besuchte ich mit meinem Kollegen vom Werkstattrat einen Fortbildungskursus in der katholischen Akademie in Schwerte.

Entgelte und gesetzliche Regelungen in #Werkstätten für #behinderte Menschen waren Thema der Fortbildung. Durch das neue #Bundesteilhabegesetz treten Gesetze und Regelungen für Behinderte, die in Behindertenwerkstätten arbeiten in Kraft.

Kursus für Werkstatträte

Neben bisherigen Mitwirkungsrechten gibt es neuerdings auch Mitbestimmungsrechte für den Werkstattrat, wie z. B.:

Wie in den Werkstätten gearbeitet werden soll? Wann die Arbeitszeiten sind, Pausenzeiten stattfinden? Wieviel Geld man für die Arbeit bekommt? Regeln für Kurse und Schulungen.

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Was die Beschäftigten gemeinsam machen können?

Diese Informationen gibt es als dünne Broschüre vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales in leichter Sprache. Bis zum Jahre 2023 wird das Bundesteilhabegesetz (BTHG) nach und nach umgesetzt. Die Broschüre heißt: Bundesteilhabegesetz - Neue Regeln für Werkstätten für behinderte Menschen. Es umfaßt 19 Seiten und soll eine erste Information zum BTHG sein.

Neben Werkstatträten der Behindertenwerkstätten aus Münster waren weitere Personen aus Kölner und Gelsenkirchener Werkstätten für behinderte Menschen anwesend.

Das Programm:

Drei Referenten begrüßten uns um 10:00 Uhr.

1. Begrüßung

2. Fragen

3. Vorstellungsrunde

4. Erwartungen - Ablauf

Der Reihe nach stellten sich alle Kolleginnen und Kollegen der Werkstatträte der einzelnen Behindertenwerkstätten vor.

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Dabei wurden auch unterschiedliche Arbeitsaufgaben in den WfbM (Werkstätten für behinderte Menschen) kurz erörtert. Es gibt die Bereiche;

- Elektromontage

- Verpackung

- Grafikdesign

- Weblayout

- Digitaldruck

- Programmierung

- Folierungsbereich (Erstellen von Werbefolien für Fahrzeuge). Diese können unterschiedlich breit und lang ausfallen.

Bestimmte Tätigkeiten können sehr anspruchvoll werden und fordern die Konzentration auf die einzelnen Arbeitsabläufe, so das diese Arbeiten weit über reine Beschäftigungsmaßnahmen hinaus gehen.

Zu den Erwartungen gehörten ein guter Verlauf der Dialoge, die sich durch die Themenbesprechungen nach und nach entwickelt haben. Neben Diskussionen standen auch der Austausch von Informationen und das Auffrischen von Kenntnissen auf der Tagesordnung. Neue Daten zum Entgeltsystem werden als Informationen durch entsprechende Unterlagen für die entsprechenden Werkstätten zur Verfügung gestellt.

Die jeweils unterschiedlichen Werkstätten wurden in ihrem Aufbau und ihren Strukturen (Arbeitszeiten, Pausen-, Essensregelungen, Ablauf der Tätigkeiten und in Bezug auf Fortbildungsmöglichkeiten der Beschäftigten in den Werkstätten vor Ort) aufgezählt.

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So wird abgerechnet:

Ein weiterer wichtiger Punkt und damit auch Kern des Entgeltsystems ist der Aufbau der monatlichen Abrechnungen.

Das Entgeltsystem für Beschäftigte enthält

1. Ein Fördergeld (aktuell verdoppelt) über 52,00 Euro

2. Einen Steigerungsbetrag (in Höhen von 100 - ca. 400 Euro). Jede Werkstatt hat hier andere Regelungen.

3. Den Grundlohn (um 5 Euro erhöht) von jetzt 80,00 Euro

4. Erstattung der Fahrtkosten (z. B. Jobticket)

In eher seltenen Fällen kann das Einkommen in einer Werkstatt für behinderte Menschen in Behindertenwerkstätten existenzsichernd sein. Oft sind jedoch zusätzlich zum Werkstattlohn Grundsicherung oder Erwerbsminderungsrente notwendig.

Zu den Fragen:

"Wie müsste ein Entgeltsystem aussehen, das die gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt?" und "Welche Fragen/welche Probleme sind dabei zu berücksichtigen?" wurden jeweils 4 Gruppen zu 4 bis 5 Personen gebildet.

Jede Gruppe erarbeitete Vorschläge und schrieb diese auf, wie z. B.;

1. Entgelt unabhängig von der jährlichen wirtschaftlichen Leistung machen (Gesetzgeber stärker in Verantwortung nehmen).

2. Keine Kürzung der Grundsicherung bei der Verbesserung der persönlich/wirtschaftlichen Verhältnisse der Beschäftigten.

3. Menschen (mehrfach schwerbehindert) dürfen keine gesetzlichen Nachteile erfahren.

4. Steigerungsbetrag, der Leistungen Behinderter gerecht wird (Arbeitsgüte + Arbeitsqualität berücksichtigen!).

5. Betriebsklima

6. Soziale Kontakte

7. Hygiene

8. Teilhabe am Arbeitsleben (Werkstatt + 1. Arbeitsmarkt)

9. Selbstbewusstsein stärken.

10. Motivation

Somit ist nicht nur eine gerechte, verbesserte Entlohnung in den WfbM wichtig, sondern auch ein gutes Betriebsklima, eine Kollegin, die als Frauenbeauftragte zu allen Werkstattratsitzungen eingeladen werden soll, sieht das BTHG auch vor. Am Freitag war der Kursus ab 13:00 Uhr beendet.