Sogar "Mutti" (Angela Merkel) ist sauer auf unseren Peter. Das weiß Autorin Susanne, die seit 2013 Mitglied der Jungen Union ist. Gemeinsam mit ihrem Partner, der ebenfalls in der Partei ist, wollte sie mit der #CDU gemeinsam etwas bewegen. In vielen Themen war sie uneins mit der Regierungspartei, doch das Handtuch werfen kam bisher nie in Frage. Heute nun tritt sie aus der CDU aus und hat dies der Bundesgeschäftsstelle bereits schriftlich mitgeteilt (Bild 2). Die Bemerkungen von CDU-Generalsekretär #Peter Tauber waren zuviel! Der CDU-Politiker twitterte am vergangenen Montag einer Minijobberin: "Wenn Sie was ordentliches gelernt haben, dann brauchen Sie keine drei Minijobs" (Bild 3).

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Susannes letzter Brief an Herrn Tauber.

Offener Brief an Peter Tauber

Lieber Peter,

ich bin der Partei vor vier Jahren beigetreten, weil ich etwas bewegen wollte. Und ich fühle mich immer ohnmächtiger in einem Haufen von "Parteifreunden", die den Bezug zum Volk längst verloren hat.

Ich habe mich intern schon lange aufgeregt. Als vor zwei Jahren unser Kreisverband den Mitgliedsbeitrag für Geringverdiener erhöhen wollte - wer hat da gepoltert? Ich war es! Was ist passiert? Keine Entschuldigung, angeblich ein Missverständnis. Genau das ist das Problem! So geht man nicht mit Menschen um, die freiwillig mit wenig Geld in die Partei gekommen sind. Und das wüsstet ihr, wenn ihr wirklich viele Bürger persönlich kennen würdet, die Minijobs haben (müssen). Gerade für den jungen Nachwuchs in der Union, der sich mit den Schicksalen der Menschen vor Ort intensiv beschäftigt, sind solche Ausfälle regelmäßig ein Schlag in die Magengegend.

Die Sache mit Jens' Mama im ZDF

Und die Parteispitze? Die versaut's auch aktuell wieder. Ich dachte erst an ein Déjà-vu. Aber ja, es war wirklich zuerst Jens Spahn von der CDU, der bei Maybrit Illner im ZDF einst erklärte, dass seine Mutter es nicht nötig habe, arbeiten zu gehen. Die Spahns leben gut, dachte ich. Und hätte ich das Einkommen vom Jens, würde ich vielleicht auch so reden. Wieder so eine Flinte.

Gestern hatte ich es gerade erst verdaut gehabt, dass unsere Kanzlerin nicht damit einverstanden ist, dass das Kanzlerduell im TV mit jeweils zwei Moderatoren-Teams stattfinden soll. Demnächst soll Kai Pflaume wohl noch die Fragen stellen. Dann kommst du wenige Stunden später um die Ecke und sprichst davon, dass Minijobber nichts ordentliches gelernt haben. Selbst vor der Wahl hat unsere Partei die Achtung vor dem Wähler vor lauter Siegesgewissheit verloren. Auch wenn du dich cool gibst in der "heute Show" oder ein Parteikollege bei den Tafeln mal wieder die Hände schüttelt - viele von euch wissen gar nicht, was es heißt, mit 450 Euro zu leben. Du scheinbar auch nicht.

Nichtwähler fühlen sich bestätigt

Ich wollte das irgendwie innerparteilich deutlich machen, mich engagieren - den Armen, Geringverdienern und Politikverdrossenen in diesem Land eine Stimme geben. Darum bin ich damals in die CDU eingetreten. Doch monatelange Arbeit von vielen engagierten Mitgliedern macht ihr da oben ständig kaputt. Was erwartest du denn bitte von uns, wie wir nach so einer blöden Bemerkung Wahlkampf machen sollen? Das spielt den Populisten nur in die Hände und bestätigt die Nichtwähler darin, auch in diesem Jahr nicht wählen zu gehen. Kann man's ihnen verübeln?! Erst denken, dann twittern. Heute trete ich aus der CDU aus.

Mach's gut, Peter.

Deine Susanne #Angela Merkel