Raiko Thal ist ein Urgestein im Rundfunk Berlin Brandenburg (#RBB). Gestern Abend um 21:45 Uhr lieferte der Moderator in "RBB Aktuell" ganz schlechten Journalismus ab. Wie sich sein Interview mit Kathrin Jarosch vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft entwickelte, war unerträglich und inakzeptabel für einen öffentlich-rechtlichen Sender.

Verbraucher sind zu geizig?

Viele Menschen haben durch Hochwasser ihr Hab und Gut verloren. Ihre Häuser sind überflutet, sogar in Berlin-Tegel, konkret im Wohngebiet Mäckeritzwiesen. Wer zahlt den Schaden, wollte der RBB wissen. Zu Gast war Kathrin Jarosch. Ihr Verband vertritt die Interessen der Versicherungskonzerne, nicht die des kleinen Mannes.

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Wir erfahren, dass der Hochwasserschaden dann gezahlt wird, wenn eine Elementarversicherung abgeschlossen wurde. Viele Berliner und Brandenburger haben die wichtige Elemantarabsicherung wohl aber aus Kostengründen nicht, spekulierte der RBB-Moderator. Nun sind es die Verbraucher, die geizig sind? Thal verstand ohnehin nicht mal den Unterschied zwischen Elementar und Hausrat, zumindest stellte er völlig unsinnige Fragen wie sinngemäß: "Was passiert, wenn der Wind das Wasser durch das Fenster pustet." Es war schon hart an der Grenze, was da abgeliefert wurde.

Alles so einfach und günstig

Jarosch erkannte die Ahnungslosigkeit des Journalisten und legte nun los. Jeder Berliner und Brandenburger sollte sein Versicherungsschutz bei seinem Versicherungsfachmann prüfen und anpassen lassen, meinte die Sprecherin.

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Der ahnungslose Raiko fragte nach, was das denn koste. Die Verbandssprecherin erklärte, dass das gerade mal unter 100 Euro im Jahr wären. So einfach ist das mit der #Versicherung für das Hochwasser? Eben nicht! Und die einzige Frage, die Raiko Thal einmal hätte stellen müssen, wäre die: "Warum verdammt noch mal verweigern die Versicherungskonzerne, die Sie hier vertreten, immer mehr Menschen die Elementarversicherung?"

Kein Wort zur Risikoprüfung

Denn jeder Versicherer macht eine Risikoprüfung. Dabei wird geprüft, ob in den letzten 10 Jahren bereits Hochwasser im versicherten Objekt oder dem Ort, wo das Haus steht, gab. Versicherer ziehen Werte und Prognosen der Rückversicherer wie die Münchner Rück hinzu und lehnen Anträge regelmäßig ab! Die Risikoprüfungen für Menschen in Hochwassergebieten besteht so gut wie keiner. Der RBB-Moderator fragte nichts dergleichen kritisch nach. Frau Jarosch hat die Versicherungswirtschaft gestern Abend als Retter in Not und sympathisch für Hochwasseropfer im RBB vertreten dürfen. Ihre Botschaft: Versichert euch doch! Was für eine Irreführung. #Finanzen