#NotMe

Seit einiger Zeit zieht der Hashtag ##Metoo durch soziale Netzwerke. Mittlerweile wagen es immer mehr Frauen, über ihre Erfahrungen mit sexueller Belästigung zu sprechen. Man könnte meinen, ein solches Problem würde im Jahr 2017 von allen verstanden werden - vor allem weil viele Prominente die Kampagne unterstützen.

Schauspielerin Nina Proll, bekannt aus der ARD-Serie "Vorstadtweiber", hingegen beschwert sich: "Ich würde mich schämen, damit hausieren zu gehen.", schreibt sie in einem Facebook Post. Leider hat sie wohl das ganze Thema nicht richtig kapiert. Ihrer Meinung nach sind Frauen keine Opfer, weil sie selbst noch nie belästigt worden ist.

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Glück gehabt! Leider können dies tausende Frauen weltweit eben nicht behaupten. Um diese Belästigten und ihre Probleme geht es bei dieser Debatte, nicht um Schauspielerei insgesamt. Wenn man also nicht betroffen ist, sollte man sich von vornherein eher heraushalten.

Ich Opfer, du Täter?

Die Mentalität "Frauen sind Opfer, also sind Männer Täter" findet die 43-Jährige schädlich: "Wollen wir uns nur noch anzeigen und vor Gericht bringen? Oder sind wir in der Lage, auf Augenhöhe miteinander zu reden und Nein zu sagen?", schreibt sie. Hört sich gut an, so auf Augenhöhe zu sprechen. Dagegen hat wohl keiner was. Das Problem ist nur eben, dass die beschuldigten Männer Frauen nicht genug respektieren, um mit ihnen auf Augenhöhe zu sprechen. Und dass es falsch ist, was sie tun muss man ihnen eben trotzdem irgendwie klar machen.

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Zum Beispiel dadurch, vor Gericht zu gehen und sich anzuzeigen. Und ja, Belästigte sind Opfer und Belästiger Täter. Meistens sind das erstere Frauen und das letztere Männer, zumindest in der aktuellen Debatte.

"Ohne Sex wäre alles besser!"

Als nächstes wundert sich die Schauspielerin, ob Männer jetzt überhaupt keine sexuellen Avancen mehr machen dürften. Doch, Nina, dürfen sie, aber nicht, wenn diese Avancen bereits abgewiesen wurden. Das ist dann nämlich sexuelle Belästigung, auch wenn das nervig ist. Wenn man übrigens sagt, dass man Männer dann gleich verbieten könnte, sagt man auch, dass Männer nicht in der Lage sind, sich zu kontrollieren. Frau Proll ist damit also eigentlich noch mehr gegen Männer als die Feministinnen, die sie hier verhöhnt.

Was heißt das?

Das heißt, dass Männer nicht wie Babys behandelt werden müssen, die nicht in der Lage sind, einer sexuellen Belästigung zu widerstehen. Wer sich - vor allem vermehrt - schuldig macht, muss damit konfrontiert werden, egal wie unbequem das sein kann. Und vor allem sind die Belästigten, Männer und Frauen, nicht selbst schuld und müssen sich nicht "schämen". Auch nicht, wenn sie eine ungewollte Anspielung nicht als Kompliment verstehen. Denn wenn sich Tausende von Menschen weltweit beschweren, dann ist das ein Problem, das sich nicht leugnen lässt. Auch wenn man sich das wünscht. #Sexismus #Actors