Die Idee hinter der Inklusion

Er scheint der Trendbegriff der letzten Jahre in der Bildung zu sein. Über kaum ein anderes Thema wurde so debattiert wie über die #Inklusion. Die Parteien und Politiker fordern sie, argumentieren mit Begriffen wie Chancengleichheit und gesellschaftlicher Teilhabe und lehnen die Frühselektion und Ausgrenzung von Kindern mit speziellem Förderanspruch in Regelschulen ab. Die Idee hinter der Inklusion: Das Klassenzimmer soll "bunt" werden: Kinder mit und ohne Behinderung sollen miteinander lernen, ebenso wie Kinder mit und ohne Migrationshintergrund beziehungsweise deutsche mit ausländischen oder Flüchtlingskindern.

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Die Förderschulen sollen nacheinander geschlossen und die Förderlehrkräfte an die Regelschulen kommen, um die "normalen" Regelschullehrkräfte in ihrer Arbeit zu unterstützen.

Auf den ersten Blick hört sich das Konzept positiv an: Keiner soll mehr ausgeschlossen werden. Alle sollen das gleiche Recht auf dieselbe #Bildung erhalten. Das alles fasst sich in dem Begriff der Chancengleichheit zusammen. Jedoch gibt es in diesen sogenannten Inklusionsklassen bisweilen immer nur noch eine Lehrkraft, die das politisch geforderte und umgesetzte Konzept allein nicht stämmen kann. Die "normalen" Regelschullehrkräfte werden durch die Inklusion vor neue, nahezu nicht zu bewältigende Aufgaben gestellt.

Eine betroffene Mutter meint: So kann es nicht weitergehen und tut etwas!

Die von der Inklusion betroffene, vierfache Mutter Sandra Abbassi gibt nun ihrer Wut eine Stimme und startete auf We Act, einer Plattform von Campact, eine Petition.

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Ziel sei es für ihr Anliegen derweilen 200 elektronische Unterschriften beisammen zu bekommen. Ihr Anliegen beschreibt sie in einem sprachlich verständlichen Brief an das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. In diesem gibt sie Argumente, warum die Inklusion scheitert und wie der Status Quo an den Schulen derzeit aussieht. Außerdem gibt sie Gründe dafür, warum ihr dieses Thema so wichtig ist und fordert zum Mitmachen auf, sollten die Leser dieses Briefes derselben Meinung wie Sie sein.

Der Inhalt des bildungskritischen Briefes

Der Inhalt des Briefes ist eindeutig: Diese Mutter möchte etwas bewirken und eine ihrer Meinung nach beginnende katastrophale bildungspolitische Entwicklung stoppen. Dafür macht sie sich stark. In ihrem Brief wendet sie sich daher an das für die Bildung zuständige Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. In diesem heißt es:

"Sehr geehrte Damen und Herren des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur,

ich fordere Sie auf, für unsere Kinder mit Behinderung, geistiger, körperlicher oder seelischer Beeinträchtigung wieder geeignete Klassen zu schaffen.

Das heisst, neben der Inklusion auch Beschulungsmöglichkeiten wie Integrationsklassen, kleine Lerngruppen oder Klassen mit dauerhafter Doppelbesetzung durch Lehrkräfte, Förderlehrkräfte und Sonderpädagogen zu schaffen."

Diesen Text veröffentlicht die Mutter bewusst farblich untersetzt.

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Es wird hervorgehoben, dass sie nicht gegen die Inklusion und den Gedanken der Inklusion an sich ist. Nachfolgend hebt sie jedoch hervor, dass die Zustände in den Klassen - praktiziert durch die Inklusion - nicht annehmbar sind und daher diese eher schädigend als förderlich wirkt. Die Idee der Inklusion ist in der Realität nicht praktizierbar belegt sie.

"Warum ist das wichtig?

Inklusion bedeutet, dass alle Menschen selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Doch gerade das wird nicht gelebt!

In unseren Regelschulen werden Kinder mit Behinderung und Regelkinder in einer gemeinsamen Klasse unterrichtet. Das dieses zu Problemen führt, musste ich als Mutter von 4 Kindern mit Förderbedarf immer wieder live miterleben.

Mein 9 jähriger Sohn sitzt in einer Klasse mit 28 Kindern, davon 3 mit Schulbegleitung (er eingeschlossen). Die Lehrkraft hat keine besondere Ausbildung erhalten, wie sie Kinder mit Beeinträchtigungen beschulen soll, muss aber Kindern mit Beeinträchtigung und Regelkindern den gleichen Lehrstoff beibringen.

Doch es ist immer wieder laut und unruhig in der Klasse. Die Kinder mit Förderbedarf sind oft reizüberflutet und finden keine ihren Bedürfnissen angepasste Lernatmosphäre vor.

Das führt dazu, dass diese Kinder entweder ihre Aufgaben gar nicht mehr bearbeiten oder das Unterrichtsgeschehen massiv stören.

Ist es nicht auch ein Einschnitt in selbstbestimmtes Handeln, wenn diese Kinder nicht mehr die Möglichkeit haben, eine Integrationsklasse oder Förderschule zu besuchen, da diese abgeschafft wurden?"

Argumentierend mit dem Grundgesetz

"Artikel 1 des Grundgesetzes sagt:" Die Würde des Menschen ist unantastbar."

Wird die Würde meiner Kinder nicht dadurch angetastet, dass es in der Klasse bzw. Schule durch sein Anderssein ausgegrenzt und von seinen Mitschülern gemobbt wird, bishin zu ständigen Schulverweisen und Ordnungsmaßnahmen aufgrund massiver Unterrichtsstörungen und Aggressionsausbrüchen?

Doch hat dieses Verhalten nichts mit schlechter Erziehung des Kindes zu tun, sondern schlicht mit Überforderung im Regelschulsystem. Ist es dann nicht eine Einschränkung meiner Menschenrechte, wenn ich bereits beeinträchtigt bin und trotzdem die selbe Leistung, wie völlig gesunde Menschen in der Schule erbringen soll?"

Das ist besser als zwanghafte Inklusion

Wie soll das funktionieren?

Daher wünsche ich mir für alle Kindern und Eltern eine Wahlmöglichkeit.

Es mag Kinder geben, die mit Beeinträchtigung an einer Regelschule unterrichtet werden können, aber was ist mit den Kindern, die es nicht können? Wir brauchen dringend Alternativen.

Daher bitte ich Sie diese Petition zu unterschreiben und zu verbreiten."

Die Wirkungen des Briefes

Der Brief hat eine Art Signalwirkung und traf bei den Lesern derweil auf offene Ohren. Bereits 113 Unterschriften konnten von den 200 erhofften Online-Unterschriften gesammelt werden. Für diese muss der Leser nur seinen Vor- und Nachnamen sowie seine E-Mail-Adresse und Postleitzahl angeben. Unter dem Brief werden außerdem in den Neuigkeiten die Erfolge der Petition im Stundenverlauf aufgelistet. Wer weitere Infos zu der Kampagne und den geplante Aktionen haben möchte, tritt der Facebook-Gruppe der Autorin bei, die derzeit bereits 91 Mitglieder umfasst. Unter dem Titel "Gebt unseren Kindern die Förderung die Sie brauchen" wird genau für diese Förderung gekämpft.

Sie wollen Sandra Abbassi in ihrer Forderung unterstützen? - Auf weact.campact.de gelangen Sie zur Petition. #Politik