Seit April bleibt DVB-T2, also das Antennenfernsehen, bei den Privatsendern verschlüsselt. Nur die Sender der ARD-Anstalten und vom ZDF sind weiterhin ohne Verschlüsslung mit entsprechenden Empfangsgeräten zu sehen. Für alle Kanäle von ProSiebenSat.1, der RTL Mediengruppe und Viacom benötigt man einen Vertrag von #Freenet TV. Das Unternehmen gehört zum Telekommunikationskonzern Mobilcom Debitel. Für viele ist ein Jahrespaket, also die Bezahlung der Privaten im Voraus, ein Problem. 69 Euro können sich Geringverdiener im Prepaid-Paket nicht immer auf einen Schlag leisten. Eigentlich kann man bei Freenet auch im Lastschriftverfahren bezahlen und kriegt die Privatsender für 5,75 Euro im Monat über Antenne.

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Doch das gilt inzwischen nur für eine Auswahl von Nutzern.

Freenet räumt strenge Kriterien ein

Im Netz häufen sich Meldungen, nachdem Mobilcom Debitel Kunden wegen unzureichender Bonität ablehnt. Und zwar unter solch harten Kriterien, dass schon ein einziges Merkmal in der Schufa ausreiche. Uns liegen E-Mails vor, wo binnen 12 Stunden nach einer Bestellung die Ablehnung kam (die Autorin hat zu Beweiszwecken die Ablehnungen schriftlich gesichert und die Erlaubnis hierfür bekommen!). Mobilcom Debitel erklärt darin stets: "Wir teilen Ihnen mit, dass der Antrag die internen Kriterien unseres Hauses leider nicht erfüllt und wir Ihren Auftrag für das gewählte Freenet TV Produkt nicht annehmen können." Auf Nachfrage erklärt Freenet uns, dass "die Entscheidung keine Aussage zur allgemeinen Kreditwürdigkeit darstellt." Angeblich beruhe die Entscheidung "auf einer Vielzahl von strengen Genehmigungskriterien, die in ihrer Gesamtheit erwogen werden." Welche Kriterien das sind - kein Kommentar.

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Prepaidangebote sehr teuer

Zudem erklärt Freenet, dass man auch Prepaidangebote als Alternative anbieten würde. Das stimmt. Nur sind die nicht ganz erschwinglich. Der Kunde müsste den gesamten Jahresbeitrag über 69 Euro als Vorkasse überweisen. Zudem darf er keinen Receiver oder CI+ Modul mieten, sondern soll zusätzlich den vollen Preis der Empfangsgeräte bezahlen. Das wären bei dem CI+ Modul 79,00 Euro und bei einem Receiver geht die Preisspanne - je nach Modell - bis zu 149,00 Euro. Wer mehrere Anschlüsse im Haus benötigt, bezahlt für jedes TV-Gerät diese Preise!

Fazit: Streaming oder Vorkasse

Mobilcom Debitel lehnt regelmäßig Kunden mit einem Eintrag in der Schufa ab. Die hohen Anschaffungskosten ohne Subventionieren benachteiligen Interessenten mit einem Vermerk in der Schufa erheblich. Andererseits muss sich ein Unternehmen auch vor Zahlungsausfällen schützen dürfen. Alternativ sollte man einen Streamingdienst wie Zattoo in Erwägung ziehen. Zwar sind hier die Privatsender von ProSiebenSat.1 und der Mediengruppe RTL nicht in HD-Qualität, die Bonitätsprüfungen fallen jedoch lockerer aus.

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Waipu TV, welches übrigens auch zu Freenet gehört, führt erst gar keinen Check der Kreditwürdigkeit durch, wenn man über Amazon mit Fire TV bestellt. Andernfalls bleibt Ihnen, wenn Sie auch Private über DVB-T2 sehen möchten, nur die Vorkasse, wenn Sie abgelehnt werden.

Hinweis: Alle ARD- und ZDF-Programme, einschließlich deren digitalen Spartenkanäle, empfangen Sie immer ohne einen Vertrag von Freenet TV. Die Kosten hierfür sind durch den Rundfunkbeitrag gedeckt. Wenn Sie gesetzlich vom Rundfunkbeitrag befreit sind, stehen Ihnen selbstverständlich auch sämtliche öffentlich-rechtlichen Programme bei DVB-T2 zur Verfügung. Freenet TV darf nur die Vermarktung der Privatsender verantworten, auch wenn auf deren Internetseite die ARD und ZDF Sender mit aufgeführt sind. In Einzelfällen wurde in sozialen Netzwerken behauptet, dass für den Empfang aller Sender via DVB-T2 stets ein Vertrag notwendig wäre. Das ist falsch! #Finanzen #Fernsehen