Drei Wochen lang haben die Teilnehmer auf der Love Island einander kennen gelernt, geflirtet und sich verliebt. Die Idee hinter dem Serienformat ist jedoch nicht unbekannt. Einige Kandidaten kämpfen um die Gunst eines anderen Menschen. Eine Gruppe von Frauen umwirbt einen Mann, Männlein und Weiblein finden ihre #Liebe im Adams- beziehungsweise Evaskostüm und wieder andere küssen sich, bevor sie miteinander ein Wort wechseln und die nächsten finden sich bei der „Paarungszeremonie“ auf einer Insel. Die Finalisten solcher Sendeformate bekommen meistens einen hohen Geldpreis als Gewinn. Natürlich inklusive der unsterblichen Liebe, welche sie hier finden.

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Reale Liebe mit der Verpaarungskeule

Bei „Love Island“ bekommt das Gewinnerpaar 50.000€. Hier stellt sich mancher Zuschauer die Frage: Lieben die Beiden sich wirklich, oder wollen sie nur gemeinsam das Geld gewinnen? Sozusagen eine „Zweckpaarung“, die dem Zuschauer etwas vorspielt. Am liebsten schaut man sich solche Serien an, um die Hochs und Tiefs in der Liebe mitzuerleben, den Protagonisten nachzufühlen und sich selber ein wenig zu verlieben. Die Abläufe, wie sich die Kandidaten verlieben, sind meistens jedoch unrealistisch. Die meisten Deutschen finden ihren Partner in ihrem Freundes- und Bekanntenkreis, beim Ausgehen, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft oder beim gemeinsamen Hobbys. Nur die wenigsten begegnen sich im Urlaub oder bei sonstigen Gelegenheiten. Die Serienformate vermitteln eine falsche Vorstellung davon, wie man normalerweise seinen Traumpartner kennenlernt.

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Bei der „Paarung“ dürfen sich mal die Männer ihre Frau aussuchen, dann andersrum. Die Beiden müssen dann gemeinsam Zeit verbringen und in einem Bett schlafen. Das hat einen gewissen Urzeit-Beigeschmack als Männer ihrer Auserwählten die Keule auf den Kopf gehauen und an den Füßen in ihre Höhle geschliffen haben.

Aussehen first, Charakter second

Oberflächlichkeit wird auf „Love Island“ sehr großgeschrieben. Da bleibt meistens kein Platz mehr für den Charakter. Optisch passen die Männer in das Beuteschema der Frauen. Alle sind groß, stark und braungebrannt. Manche von den Kandidaten arbeiten sogar als Stripper. Auch andersherum kann man ein gewisses Schema erkennen. Basti beschreibt seinen Typ Frau mit den Worten: „Wichtig sind mir weibliche Kurven und große Brüste.“ Und genau solche Frauen findet man hauptsächlich auf der Insel. Einige der weiblichen Kandidatinnen haben schon als Models gearbeitet. Chethrin ist durch „Curvy Supermodel“ bereits bekannt.

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Die meisten Kandidaten beschreiben ihre Wunschvorstellungen ihres Partners mit ausschließlich optischen Merkmalen. Charakter steht an zweiter Stelle. Für eine langfristige Beziehung benötigt es jedoch mehr als schöne Muskeln und große Brüste. Zuschauer, die sich nach Liebe sehnen, können sich diese Vorstellungen aneignen und suchen sich in erster Linie einen optisch ansprechenden Partner. Unabhängig vom Charakter. Nach der rosa-rote-Brille-Phase kommt dann die Ernüchterung, wenn es doch nicht passt. Und das Spiel beginnt von vorne.

Ein Schritt vor und zwei zurück

Bei „Love Island“ werden viele Klischees bedient. Der große, starke, braungebrannte Channing-Tatum-Verschnitt sucht sich bei der Paarungszeremonie das Weibchen mit den größten Brüsten und den schönsten Kurven aus. Die beiden verlieben sich dann in den nächsten zwei Wochen unsterblich ineinander, natürlich ohne einen Gedanken an die hohe Siegersumme zu verschwenden. Skandalöse Sexszenen dürfen dabei auch nicht fehlen, um den Zuschauer zu unterhalten. Von unrealistischen Vorstellungen über die Partnerauswahl bis hin zu idealisierten Vorstellungen eines Mannes oder einer Frau ist hier alles bedient. Diese Vorstellungen werden übernommen und auf die eigene Partnerwahl übertragen. Sind die oberflächliche Partnerwahl und verschärfte Rollenbilder wirklich das, was wir als abendliche Unterhaltung wollen? Oder sind solche Serienformate wieder ein großer Schritt zurück zur Zweckbeziehung?

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