Okay auf den ersten Blick sieht es doch toll aus bei #McDonald's. Allein in China verzeichnet der US-Boulettenbrater steigende Absatzzahlen. Der Gewinn stieg allein hier um 48 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Auch sonst kann McDonald's mit guten Zahlen überzeugen. Auf den zweiten Blick wird sichtbar, warum das so ist. Der Fast-Food Konzern verkauft immer mehr Filialen und nimmt dadurch mehr Franchise-Gebühren ein. Klingt erstmal alles super. Mehr Gebühren, heißt aber nicht mehr Kunden und Umsatz (China ausgenommen). Denn in Deutschland kriegt McDonald's seine Filialen kaum noch voll. Mit dem Filialverkauf kam der Rotstift. Allen voran stieß man mit peinlichen Sparmaßnahmen der wichtigsten Zielgruppe vor den Kopf - Familien mit Kindern.

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4 Nuggets zum Kindergeburtstag

Denn die Frainchise-Nehmer fahren schon lange ihr Angebot für Kleine zurück. War der McDonalds Juniorclub einst ein wichtiges Marketinginstrument, um den Familien-Nachwuchs rechtzeitig an Pommes und Burger zu gewöhnen, vergibt man hier aus Kostengründen wertvolles Potenzial und spart an den Coupons. Zum Geburtstag gab es früher immer ein HappyMeal gratis für die kleinen Clubmitglieder. Seit 2017 wird nur "eine Hauptspeise aus dem HappyMeal" gratis angeboten. In der Faltschachtel sieht das dann so aus: Ein Hamburger oder 4 Nuggets - Happy Birthday! Dreist ist das, weil somit entweder die Beilage, das Getränk oder ein ganzes HappyMeal dazu gekauft werden muss. Und für gesundheitsbewusstere Eltern wurde gleich noch gnadenlos der O-Saft halbiert.

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Früher gab es zwei kleine Flaschen zum großen Menü, heute nur eine. Familien mit Kindern kriegen heute viel weniger in die Tüte. Der Sparcoupon animiert nicht mehr zum Besuch am Geburtstag des Kindes.

Bessere Burger hat die Konkurrenz

Dass in Deutschland die Besucherzahlen trotz umgebauter Filialen rückläufig sind, ist auch den wenigen Kreationen geschuldet. Die Burger sind immer in den gleichen Geschmacksrichtungen. Da aber auch die Konkurrenz - bis auf einen Hotdog bei Burger King - kaum was zu bieten hat, suchte man erst gar nicht nach neuen Ideen. In den USA kreieren Manager bei McDonald's Premiumburger. Hierzulande unterscheidet den "Bacon Tasty" oder "1955" nur noch das Raucharoma in der Käsesoße. Der Schinkenstreifen kostet auch noch 50 Cent extra. Selbst der HüttenGaudi an Weihnachten ist nur noch ein Jammer. Die bittere Wahrheit: Wer heute einen schönen Burger haben will, findet den häufiger in Restaurantketten wie "Play Off" oder "Block House". Dort gibt es Premiumburger aus argentinischem Rindfleisch, die man sich selbst gestalten lassen kann, für den Preis eines McMenüs.

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"M" ist weg, der Bio Burger zu teuer

Das McCafé bleibt nach wie vor national ein Sorgenkind. Denn zum gemütlichen Käffchen mit Kuchen geht man nicht zu McDonald's. Wenn es nach Frittenfett stinkt und hinter der Trennwand noch der Müllwagen mit Burgerresten steht, lockt das keine potenziellen Neukunden wie die ältere Zielgruppe an. Beim Filialumbau hat man schlicht und ergreifend versäumt, konsequente Raumtrennung vorzunehmen. Versagt wurde auch in der gehobenen Burgerklasse: Den Bio Burger hat man aus dem Sortiment genommen, weil man glaubte, dass in Deutschland niemand bis zu 10 Euro für einen Bio Burger ausgeben würde. Den "M" gibt es schon seit Jahren nicht mehr, obwohl der damalige Rindfleischburger mit echtem Emmentaler für 7,99 Euro überaus beliebt war. Heute steht McDonald's wie eh und je in Deutschland für Pommes, den ewig selben Burgern - und im McMenü mit 'ner großen 0,5er Coke auf Eis. Nur die Filialen sind optisch aufgehübscht. Die Krise war damit sowas von abzusehen. #Ernährung #Finanzen