Nicht, dass ich mir überdurchschnittliche Wichtigkeit anmaßen würde, aber es ist die Situation, in der sich die meisten Freunde meines jungen (verzweifelten) Akademikerumfeldes befinden. Vor allem diejenigen die Publizistik, Philosophie oder Kunstgeschichte studiert haben. Nach dem #Studium finden sich die allermeisten Abgänger in einer Art Vakuum der Entscheidungsfindung, beziehungsweise diejenigen die nicht von Zuhause finanziert werden, in heller Panik. Was jetzt? Wohin mit dem ganzen Studienwissen, das man sich die letzten drei Jahre, mehr oder minder motiviert, erarbeitet hat?

Gerade bei diesen „Mal schauen wo es danach hingeht, ich mach mal was mich interessiert und erfüllt“- Studiengängen kommt, langsam aber umso bedrohlicher, die lange erfolgreich unterdrückte Erkenntnis zu tage, dass die meisten Interessen und Erfüllungen kaum den Lebensunterhalt finanzieren und frei sein irgendwie auch seinen Preis hat.

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Und der ist oft ohne Abstriche nicht bezahlbar. Wenn man zum Beispiel händeringend nach einem Praktikum sucht, werden diese oft gar nicht oder schlecht bezahlt, was Studienabgänger in eine nicht finanzierbare Situation bringt, jetzt wo das BaFög nach der Regelstudienzeit nichtmehr greift.

Als Berufseinsteiger winkt im kreativen Bereich auch nicht gerade das große Geld. Neulich erst traf der Kommentar eines Kommilitonen es auf den Punkt: „Warum studiere ich eigentlich? In einem Gastrojob würde ich im Monat besser bezahlt werden!“ Und so platzen die Träume, und spiegeln sich in den Perlen eines frischgezapften Bieres wieder, das man allerdings direkt an den Kunden weitergeben muss, denn man steht hinter der Bar und der hatte vielleicht eine durchdachtere Lebensplanung und kann einem deshalb Trinkgeld zustecken.

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Irgendwas läuft in diesem beziehungsweise meinem System also falsch. Vielleicht lebe ich auch schon wieder in meiner pastelligen Traumwelt, in der alles einfach ist und Geld verdienen Spaß macht. Natürlich liegt es in der Verantwortung des Einzelnen und ganz alleine bei mir, was ich aus meinem Leben mache. Aber diese Phase, frisch aus dem Studium, in einer Mischung aus Freiheit, Panik, Verzweiflung, Manie und aglio olio Nudeln am Ende des Monats in der WG Küche, ist durchaus einen Artikel wert finde ich.

Selbsterhalterstipendium, Paragraph 5 Schein, BaFög, Wohngeld, Pauschalzuschlag bei der Krankenversicherungen. Es gibt so allerlei finanzielle Hilfen für Studenten, soziale Angebote und staatliche Förderungsmittel. Doch dieses ganze (sicherlich unvollständige) Wissen musste ich mir in mühsamer Internetrecherche, zahlreichen Gesprächen mit (top-) motivierten Sachbearbeitern und Konversationen mit Freunden in ähnlicher Lage, zusammenklauben. #finanzierung #wg