De hilije Sintemäätes, dat wor ne joode Maan

Am 11.11. ist ein wichtiger Feiertag. In Köln natürlich, weil der Karneval beginnt aber für alle Christen ist es der Martinstag. Da laufen Kinder mit bunten Laternen hinter einem als Römer verkleideten Reiter her und singen vom heiligen Martin, der dem Bettler einen halben Mantel gab, um ihn nicht erfrieren zu lassen. Danach gibt es Weckmänner und wer möchte, zieht mit seiner Laterne in einer kleinen Sängergruppe durch das Viertel, klingelt und singt an der Haustür. Dafür gibt es dann eine kleine Süßigkeit als Belohnung. Aber worum geht es hier wirklich?

Jesus war gebürtiger Jude

Christus war ein Rebell, der die Strukturen seines ursprünglichen alttestamentarischen Glaubens wie "Auge um Auge, Zahn um Zahn" veränderte.

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Er predigte Toleranz, Verzeihen und Nächstenliebe. Er half seinen Mitmenschen ungeachtet welcher Gesellschaftsschicht oder Glaubenszugehörigkeit. Er forderte seine Jünger dazu auf gewaltlos zu bleiben: "Wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die linke hin!" oder "Wer zum Schwert greift, der wird durch das Schwert umkommen." Im Vaterunser, dem bekanntesten christlichen Gebet heißt es: "Herr vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!" Das bedeutet, wir dürfen nur soweit um Vergebung bitten, wie wir selbst bereit sind, anderen zu vergeben. In Mathäus 25,40 steht zum letzten Weltgericht: "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan."

Nächstenliebe darf keine Floskel sein

Zurück zum heiligen Martin. Er war ein römischer Legionär, der laut Legende Mitte des vierten Jahrhunderts aus Mitleid mit einem frierenden Bettler am Wegesrand sein Schwert zog und seinen eigenen Mantel in der Mitte durchtrennte um die eine Hälfte dem Bettler zu geben.

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Deshalb wurde er später gegen seinen Willen zum dritten Bischof von Tours ernannt.

Christen sind nicht durch Geburt Christen, sondern durch die Taufe. Zu Anfang des Christentums wurden nur Erwachsene auf eigene Entscheidung hin getauft. Durch die hohe Kindersterblichkeit haben wohl später besorgte Eltern die Kindstaufe eingeführt, um garantiert zu bekommen, dass ihr Kind in den Himmel kommt. Jeder Mensch der es möchte, kann also Christ werden, wenn er bereit dazu ist, nach christlichen Grundsätzen zu leben. Dazu ein uralter Religionswitz: "Als Moses mit den steinernen Gebotstafeln vom Berg Sinai herabkam sagte er: 'Leute, eine gute und eine schlechte Nachricht. Die gute: Ich habe Gott auf zehn Gebote runterhandeln können, die schlechte: Das mit der Nachbarin ist drin geblieben.' "

Der heilige Zorn

Aber wer jetzt glaubt, Christus sei ein harmloses Weichei gewesen, irrt. Wer möchte kann die Überlieferung der Tempelaustreibung in verschiedenen Varianten in der Bibel finden. Im Markusevangelium heißt der Kernsatz: "Steht nicht geschrieben: 'Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker'? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht." (Mk 11,17) Böse Zungen könnten jetzt behaupten, es ist weise, dass der jetzige Papst Franziskus nicht in den Papstgemächern, sondern im Gästetrakt wohne, denn für den Fall, dass der Messias wieder auf die Erde kommt, könnte er das gleiche mit dem Vatikan veranstalten.

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Zum Papst noch eine Anmerkung. Das Oberhaupt der katholischen Kirche ist der offizielle Nachfolger des Apostels Petrus, zu dem Christus gesagt haben soll: "Du, Petrus, bist der Fels, auf den ich meine Kirche baue." In der Nacht bevor Jesus gemeinsam mit zwei Schwerverbrechern gekreuzigt wurde, denen er noch am Kreuze versprach, sie in sein Himmelreich aufzunehmen, wurde Petrus von römischen Legionären dreimal gefragt, ob er denn diesen Christus kenne. Petrus antwortete dreimal, er kenne ihn nicht. Als Christus am Abend vorher beim letzten Abendmahl Petrus weissagte, bevor der Hahn dreimal gekräht habe, werde er ihn dreimal verleugnen, hatte Petrus das noch weit von sich gewiesen. So finden wir bereits in der Bibel viel Selbstironie zum Christentum.

Mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede

Zu guter Letzt sollte sich jeder, der es wagt, über christliche Werte zu faseln, darüber klar werden, dass Juden, Christen und Moslems alle denselben -und das heißt wirklich denselben- Gott anbeten. Der Unterschied liegt in der Frage des Erlösers, genannt "Messias". Muslime betrachten Jesus als Propheten. Nur wir Christen behaupten, Jesus sei "Gottes eingeborener Sohn". Ob es stimmt, wissen wir genauso wenig, wie wir wissen, ob die heilige Jungfrau Maria wirklich eine Jungfernzeugung erlebte, oder ob sie nicht doch von König Herodes geschwängert worden war. Das würde jedenfalls die angeblichen Kindsmorde nach Jesu Geburt plausibel machen. Herodes hätte damit verhindern wollen, einen unehelichen Nachfolger für seinen Thron groß werden zu sehen. Jedenfalls haben diese eher nicht grundsätzlichen Unterschiede im Glauben seit 2.000 Jahren dazu gereicht, dass wir Christen mit erschreckender Regelmäßigkeit im Rahmen sogenannter Pogrome Juden erschlagen haben und uns ihre Habseligkeiten aneigneten und wir seit dem 7. Jahrhundert regelmäßig die andersgläubigen Muslime töteten um Jerusalem zum soundsovielten Male im Namen Gottes für uns zu reklamieren, wie in den unseligen Kreuzzügen oft geschehen.

Dem Himmel so nah

Noch eine letzte Anmerkung zur ewigen Glückseligkeit. Bei einer Führung durch die Kölner Synagoge habe ich gelernt, dass nach jüdischem Glauben jeder, der ein gerechtes Leben geführt hat, in den Himmel kommt. Man kann also auch als Atheist die ewige Glückseligkeit erlangen. Oskar Schindler soll so einer gewesen sein, der den Nazis das Leben von cirka 1.200 Juden abtrotzte und sie vor den Gaskammern gerettet hat. Sollte Christus tatsächlich vom Himmel auf uns Christen hinabblicken, kann ich mir nicht vorstellen, dass er das immer wiederkehrende Töten im Namen Gottes gut heißen würde. Herr, lass Verstand vom Himmel regnen!

http://de.blastingnews.com/politik/2017/05/tierschutz-grauenhaftes-video-von-peta-uber-affenversuche-001705629.html

http://de.blastingnews.com/politik/2017/10/union-obergrenze-soll-kommen-und-bei-200-000-liegen-002073955.html

http://de.blastingnews.com/politik/2017/07/macron-fluchtlings-hotspots-in-libyen-noch-diesen-sommer-001883281.html #Islam #Flüchtlinge #AfD