In der Werbung auf den TV-Sendern von ProSiebenSat.1 ist die Welt mit C-Date prickelnd und schön. Ob Singles, Paare oder Abenteuerlustige - das Portal habe für jeden den passenden Flirt. Doch inzwischen häufen sich die Vorwürfe gegen den Betreiber Interdate S.A. in Luxemburg. In den sozialen Medien ist die Rede von immer mehr sogenannte Fake-Profilen oder Frauen, die eher Servicedienstleistungen am Telefon verkaufen wollen. C-Date soll angeblich das Widerrufsrecht des Kunden so für sich auslegen, dass auch jene Nutzer zahlen sollen, die ihre Premium-Mitgliedschaft rechtzeitig innerhalb der gesetzlichen Frist widerrufen haben. Recherchen belegen: Auch unsere Autorin wurde nachweislich aufgefordert 29,90 Euro zu zahlen.

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So gingen wir beim Test vor

Wir meldeten uns bei C-Date vier Mal als Mann und einmal als Frau an. Frauen dürfen den Service kostenlos nutzen, dadurch entstehen keine Mehrkosten. Einen Widerruf schickten wir nicht etwa in 14 Tagen, sondern für alle vier Accounts der Männer sofort nach wenigen Stunden. Uns ging es einzig und allein nur darum zu prüfen, ob es wirklich eine Behinderung am Widerrufsrecht gab. Wir beantworteten nachweislich in keinem Profil Nachrichten, noch reagierten wir auf solche. Wir füllten lediglich die Texte im Profil aus und klickten Vorlieben an. Noch einmal: Wir haben keine Leistungen nachweislich in Anspruch genommen, nicht mal einen einzigen Kontakt angenommen! C-Date schrieb uns auf jeden Widerruf: "Im Falle eines Widerrufs sind Sie gem. §357 III 1 BGB verpflichtet, für die bis zum Widerruf gezogenen Nutzungen durch die bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme Ihrer Premium Mitgliedschaft anteilsmäßig Wertersatz zu leisten." Dieser soll laut C-Date 29,90 Euro betragen.

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Wir haben aber keine Leistung beansprucht und erklärten dies C-Date zu einem betroffenen Test-Account (eröffnet: 04.11.2017, widerrufen: 05.11.2017): Die Nutzungen, d.h. Gebrauchsvorteile bei einer Plattform wie unserer liegen nicht in der rein zeitlich begrenzten Zugangsmöglichkeit zur Plattform, sondern in der darin beinhalteten Möglichkeit Kontakt zu anderen Kunden aufzunehmen bzw. selbst kontaktiert zu werden." Richtig, aber wir haben diese Möglichkeiten ja nachweislich bei den Recherchen nicht genutzt. Also kein Wertersatz! Darauf erklärte C-Date aber: "Der Kunde erwirbt die Premium-Mitgliedschaft nicht dafür, dass er sich die Plattform lediglich passiv ansehen kann oder dort passiv aufgelistet wird, das entspräche einer rein zeitlichen Zugehörigkeit - sondern dafür, dass er über die Plattform Kontakte aufnehmen kann bzw. annehmen kann." Man unterstellte uns indirekt, wir wollten mit der Premium-Mitgliedschaft theoretisch Leistungen beanspruchen. So versteht die Autorin das Schreiben zumindest.

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10 Vorschläge sind ein Gebrauch?

Wir lehnten diese Argumentation wiederholt ab und teilten nach Luxemburg unmissverständlich mit, dass "wir die Rechtsauffassung nicht teilen". Weiterhin forderte die Autorin C-Date bestimmt auf, den Premium-Vertrag unverzüglich ohne Mehrkosten endlich zu beenden. C-Date, die von den Recherchen nichts wussten, schrieb: "Die von uns als Wertersatz in Rechnung gestellte Anzahl von 10 Kontaktvorschlägen, ist die absolute Untergrenze der für jeden Kunden vorliegenden Gebrauchsvorteile. Ob der Kunde von den Kontaktvorschlägen tatsächlich Gebrauch macht spielt hierbei keine Rolle." Weil der Computer uns also 10 Kontakte anzeigte (übrigens bei jedem Account!), war dies schon laut C-Date eine Leistung, die zu einem Wertersatz berechtige. Auch wenn wir uns die Vorschläge nicht anschauten. Pauschal wollte C-Date weiter 29,90 Euro von uns haben.

Fazit: Abenteuer war nur der Widerruf

Wertersatz steht einem Unternehmen dann zu, wenn Sie seine Leistungen innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist nachweislich genutzt haben. Zum Beispiel tun dies häufig Telefongesellschaften, die Gespräche bis zum Widerruf aufrechnen dürfen. Ob allein die Anzeige von vorgeschlagenen Kontakten bei C-Date dazu gehört, darf stark bezweifelt werden. Weder werden die Kosten transparent erklärt, noch im Einzelnen aufgelistet. Ebenfalls aufgestoßen ist uns die Zusatzgebühr von fast 10 Euro, wenn man den Lastschrifteinzug wählt. Die Art wie C-Date in unseren Fällen identisch einen Widerruf beantwortete, ist kein guter Service. Allein wir bekamen drei Mal den selben Gesetzestext an den Antworten per E-Mail. Das man uns dann auch noch in einer E-Mail anbot, den laufenden Monat für 29,90 Euro zu Ende zu nutzen, wenn wir den bereits schon abgebuchten Betrag nicht auf das Konto zurück buchen, mutet sehr seltsam an. Fazit: Ein Abenteuer war bei C-Date nur eins: Der Widerruf! Das können andere Plattformen sehr viel besser. #Dating #Finanzen #Testbericht