Der Versicherungsmarkt bei Kfz-Policen ist hart umgekämpft. Doch reich werden die Versicherer damit nicht wirklich mehr. Denn die Ausgaben für Schäden steigen jährlich. Zahlreiche Unternehmen haben daher den Autofahrern die nächste Erhöhung ab 2018 für die Haftpflicht mitteilen müssen. Dabei spielen die unfallfreien Jahre, sprich die Schadenfreiheitsklasse, keine Rolle. Diese ist nur relevant für die Vollkasko. Die Kfz-Haftpflicht ist - anders als die Teil- und Vollkasko - gesetzlich vorgeschrieben. Wer ohne eine Kfz-Haftpflicht mit seinem Fahrzeug fährt, macht sich strafbar. Und weil die Beiträge gerade dort wieder steigen, buhlen vor allem Direktversicherer um die Kundschaft.

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"Stichtag 31.11. - jetzt wechseln!" heißt es in der Werbung. Ein Anbieter, der um neue Kundschaft wirbt, ist der Berliner Versicherer "Friday". Das junge Unternehmen gehört zu den Basler Versicherungen mit Sitz in Luxemburg und hat eine Zulassung von der Finanzaufsicht. Selbst wenn der Anbieter pleite gehen sollte, sind Kundengelder und der Versicherungsumfang im schlimmsten Fall nicht weg.

Bitte mit Teil- und Vollkasko

Auf den ersten Blick wirkte der Abschluss sehr einfach. Man brauchte keinen Fahrzeugbrief, sämtliche Daten wurden automatisch gefunden. Wir wollten einen fünf Jahre alten Mittelklassewagen versichern, mit dem sowohl der Versicherungsnehmer und Partner mit fahren dürfen. Als Städter gaben wir eine jährliche Fahrt von 9.000 Kilometer an und wollten die Teilkasko nutzen.

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Weil das Auto beim Kauf sehr hochwertig war, brauchten wir trotzdem noch ein weiteres Jahr die Vollkasko (150 Euro TK / 500 Euro VK Selbstbehalt) dazu. Das Ergebnis überraschte.

AGB ziemlich gut versteckt

Denn tatsächlich will Friday von uns ab 2018 nur 35,48 Euro im Monat. Das ist fast 10 Euro weniger, als bei unserem bisherigen Versicherer Cosmos Direkt. Doch es lohnt sich, das Kleingedruckte genau zu vergleichen. Friday erklärte im Angebot, dass bei einem Zusammenstoß mit Tieren, wo nur ein reiner Lackschaden entsteht, der Schaden nicht versichert ist. Minuspunkt, denn das übernimmt die Cosmos. Zu bemängeln war auch, dass wir keine AGB vor dem Angebot auf der Webseite fanden. Somit war bei der Berechnung zur Vollkasko nicht klar, ob auch Friday den "Verzicht auf Einwand der groben Fahr­läs­sig­keit" gewähren wird. Cosmos tut das nämlich. Und der Verzicht kann so manche Unaufmerksamkeit versichern. So zahlt die #Versicherung auch Schäden am eigenen Auto, wenn man zum Beispiel unter nachweislicher Missachtung einer Vorfahrt, den Unfall verursachte.

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Bei der Variante "Abrechnung nach Kilometer" hatte uns Friday fast überzeugt. Die gesamte Versicherung inklusive Teil- und Vollkasko zu den oben genannten Bedingungen für nur noch 28,48 Euro monatlich. Wer noch weniger fährt, als vorab angegeben, kriegt sogar noch was zurück.

Fazit: Erst alten Versicherer fragen

Ein Versicherungswechsel zu Friday kann Einsparungen bringen. Bei Friday wird in den Datenschutzbedingungen allerdings eine strenge Bonitätsprüfung erwähnt (Schufa, Creditreform, Infoscore). Wer die nicht besteht, bekommt nur die Haftpflicht, zu deren Annahme auch Friday verpflichtet ist (wie alle Versicherer). Die reine Haftpflicht kostete in unserem Fall 19,93 bzw. 16,06 Euro (kilometergenau). Ein Tipp vor dem Wechsel sollte man unbedingt beherzigen: Uns bot die Cosmos Direkt nach einem Anruf ein deutlich günstigeren Preis an und reduzierte den Beitrag auf 34,27 Euro, wenn wir denn bleiben. Es lohnt sich also definitiv, erst beim alten Versicherer nach Rabatten zu fragen. Wenn der nicht verhandeln will, kann ein Wechsel zu Friday den Geldbeutel schonen, wenn denn die Schufa sauber ist. Die monatliche Vertragslaufzeit spricht ebenfalls für den Berliner Versicherer. Achten Sie vor Abschluss unbedingt auf die Versicherungsleistungen bei der Vollkasko und vergleichen Sie diese mit zwei, drei Angeboten der Mitbewerber.

Hinweis: Der hier beschriebene Check ist ein rein privates Rechenbeispiel der Autorin, welches nicht suggerieren soll, dass Friday grundsätzlich billiger oder schlechter als die Cosmos Direkt wäre. Der Artikel soll Lesern an einem Fallbeispiel lediglich Orientierung geben. Preise hängen immer vom Alter des Halters, vorangegangenen Schäden, Fahrzeugtyp und Wohnort ab. #Finanzen #Testbericht