##Jamaika liegt in der Karibik. Das wissen sogar wir Schweizer. Trotzdem wurden wir in den letzten Wochen von unseren Nachbarn im Norden, mit möglichen Jamaika-Koalitionsverhandlungen konfrontiert. Nein, keine Angst, selbst ein Bergbauer im hintersten Schweizer Alpental wusste, dass es nicht um eine Ausweitung des europäischen Staatsgebiets ging. Obwohl wir in den letzten Wochen schon etwas verwirrt waren, immer wieder Neuigkeiten aus karibischen Destinationen zu vernehmen.

Vor einiger Zeit waren es die Panama Papers, dann die Paradise Papers. Dies alles hat uns Schweizer, wegen den Verwicklungen mit verschiedenen grossen Firmenkonglomeraten, sehr betroffen gemacht.

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Und jetzt werden wir von von unserem grössten Wirtschaftspartner, mit den schwierigen Jamaika-Verhandlungen konfrontiert. Wir haben nun erfahren müssen, dass diese gescheitert sind und unseren nördlichen Nachbarn in eine tiefe Krise stürzen ließ. Wir nehmen zur Kenntnis, dass die amtierende Kanzlerin #Angela Merkel mit allen ihr zur Verfügung stehenden Kräften versucht, zu retten, was es noch zu retten gibt.

Es überrascht selbst den demokratischsten Schweizer nicht, dass es Frau Merkel natürlich auch um ihre persönliche Machtstellung geht, welche sie zu verteidigen versucht. Auch bei uns in der Schweiz, geben Politiker nur ungern, ihre lieb gewonnen Sessel in den Regierungen her. Es ist ja nicht so, dass uns Schweizer diese ganze Situation nicht betreffen würde. Nein, im Gegenteil, unser kleines Land ist stark von diesem Entscheid abhängig, denn nichts können wir uns weniger leisten, als eine Regierungskrise, im für uns stärksten Exportmarkt.

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"Besser nicht regieren, als falsch regieren"?

Diese Aussage des möglichen Jamaika-Partners FDP ließ, die im eigenen Land meistens regierungsfreundlichen Schweizer, aufhorchen. Wie kann man falsch regieren? Überhaupt fragen wir uns, wer regiert denn ein Land? Wir dachten immer, das sei das vom Volk demokratisch gewählte Parlament eines Landes, sofern es im politischen System so vorgesehen ist. Können denn Parteien regieren?

Wohl kaum, es braucht mathematisch gesehen ja immer eine Mehrheit und glücklicherweise hat selten eine Partei die Mehrheit, obwohl das jede Partei gerne genauso hätte. Das allgemeingültige Demokratie-Verständnis beruht vor allem auf dem Grundsatz, dass Minderheiten berücksichtigt und respektiert werden. Deshalb nehmen wir auch den ehrenwerten Aufruf des deutschen Bundespräsidenten gerne zur Kenntnis, die Parteien sollen sich zusammenraufen und eine Lösung der Regierungskrise herbeiführen.

Es gibt immer einen Weg, nicht nach Jamaika

Als Schweizer überrascht es sehr, dass bei Uneinigkeit der vom Volk gewählten Parlamentarier, nun eine Person entscheiden könnte, wie es weiter gehen soll.

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Wir empfehlen unseren Nachbar-Parlamentariern sich auf die kommenden Weihnachtstage zu besinnen und vielleicht bei einem Schweizer Fondue oder Raclette, noch einmal gemütlich zusammen zu sitzen. Es gibt immer eine Lösung, das sagen schon die Vorschullehrerinnen jeweils zu unseren Kindern, wenn sie nicht mehr weiter wissen. Und damit es nochmals gesagt sei, falsch regieren, das geht gar nicht, das haben die Wählerinnen und Wähler, mit dem von ihnen geschenkten Vertrauen in die gewählten Politiker, nicht verdient.

Wir Schweizer empfehlen, aus unseren Erfahrungen mit Mehrparteien-Regierungen zu profitieren, etwas abzuschauen und eine Minderheiten-Regierung zu bilden. Das würde dann auch der/dem alten oder neuen Bundeskanzler/-in helfen, die Minderheiten des Landes ebenfalls besser zu vertreten. da diese an den Regierungsentscheiden beteiligt werden müssten. In diesem Sinne müssen wir den gescheiterten Jamaika-Verhandlungen auch nicht mehr nachweinen. #Bundespräsident