Moskau, Moskau!

Russland ist ein schönes Land! Diese Meinung teilten wohl die drei Trump-Angestellten, die der Sonderermittler Robert Mueller nun öffentlich als Verbindungen zu Russland bekannt gab. Unter ihnen ist auch Trumps ehemaliger Kampagnen-Manager #Paul Manafort. Natürlich bleibt der US-Präsident wie immer gelassen und geht erwachsen und ruhig auf die Vorwürfe ein. Oder nicht. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Sarah Huckabee Sanders, machte sofort Hillary Clinton für die Verschwörung verantwortlich. Hillary Clintons eigentlicher Plan war es wohl die ganze Zeit, die Wahl zu verlieren und Trump als Präsident einzusetzen, damit er sich blamiert.

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Bisher scheint diese Taktik auch ziemlich gut aufzugehen.

Trump twittert seine Stellung

Und es wäre nicht eine Trump-Affäre, wenn Trump seine Meinung nicht sofort auf Twitter bekannt geben würde. "Das ist Jahre her, bevor Manafort Teil der Trump Kampagne wurde.", meinte er und sagte, der Fokus solle eher auf der "krummen" Hillary und der demokratischen Partei liegen. Nur drei Minuten später fügte er hinzu: "Es gab KEINE ABSPRACHE!". Blöd nur, wenn man im Wahlkampf wiederholt betont hatte, wie wichtig Manafort für die Kampagne sei und welche großen Auswirkungen er hatte. In seinem letzten Tweet drohte er die Republikaner würden "zurückschlagen" und die Fakten bald zum Vorschein kommen. Diesmal hat Trump sogar recht: Dank Robert Mueller werden die Fakten bald zum Vorschein kommen.

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Ob diese Fakten nun gut für die Republikaner sein werden, ist eine andere Sache. Warum sollte man sich auch damit beschäftigen? Immer wenn irgendjemand die GOP (Grand Old Party = Republikaner) kritisiert, sind das sowieso #FakeNews. "Fake" - sowie Trumps Versuche, sich aus der Affäre zu ziehen. Oder die Clinton-Vorwürfe, die seine Unterstützer jetzt erfinden um von den Vorwürfen abzulenken.

"Fake News" über Hillary Clinton sollen als Ablenkung dienen

So legten viele seiner Unterstützer großen Wert auf einen Uranium-Deal aus dem Jahr 2010, der angeblich von Clinton erwirkt wurde. Tatsächlich aber stimmten neun verschiedene Geschäftsstellen diesem Deal zu und Hillary hatte nichts damit zu tun. Dennoch soll dieser Verkauf als Beweis dienen, dass eigentlich Trumps Kontrahentin in Absprache mit Russland stand. Trump selbst vergleicht ihn und die großen Geldsummen, die nach Russland flossen, mit einem "modernen Watergate". Irgendwelche Fehler von Hillary Clinton aufzudecken, war dem Trump-Kampagnen-Team schon immer sehr wichtig.

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Ein anderer Angestellter, der verhaftet wurde, ist Trumps Außenpolitik-Berater George Papadopoulos. Er gestand, das FBI in Befragungen angelogen zu haben. Tatsächlich traf er sich, entgegen seiner ursprünglichen Aussage, mit einem russischen Professor, um "Schmutz" über Clinton zu erfahren. Der russische Professor hatte Verbindungen zum Kremlin.

Das war erst der Anfang

Mittlerweile gehen auch dem Weißen Haus die Ausreden aus - dabei ist Robert Mueller noch lange nicht durch mit seinen Ermittlungen. Wie Trump selbst sagt, wird die Wahrheit ans Licht kommen. Dann kann man seine Gegner noch so oft als "Fake News" bezeichnen - Lügen haben kurze Beine und, in Trumps Fall, keine "Retweets". #Donald Trump #Fakenews