Wie jeden Morgen stehe ich vor meiner Kaffeemaschine und lasse mir einen starken Espresso zubereiten. Früher dachte ich, dass mein Kaffeekonsum von fünf Espressos pro Tag entschieden zu viel sei. Jeden Tag nahm ich mir vor, die Menge zu reduzieren. Aber nein, seit heute kann ich ohne schlechtes Gewissen, getrost meine fünf Espressos konsumieren.

Denn Kaffeetrinken verlängert die #Lebenserwartung. Das geht aus zwei voneinander unabhängigen Studien hervor, die einen Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und geringerem Todesfallrisiko durch Herzerkrankungen, Krebs, Infarkt, Diabetes, Erkrankungen der Atmungsorgane und Nierenerkrankungen belegen sollen.

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Die zwei Studien wurden gleichzeitig in der Medizinzeitschrift "Annals of Internal Medicine" publiziert. Die erste soll statistisch auf über 520 000 Menschen erhoben und in zehn europäischen Staaten durchgeführt worden sein. Die zweite hingegen wurde in den USA mit 185 000 Testpersonen durchgeführt, alle im Alter um die 45 Jahre.

Wichtige Frage: Welchen Einfluss hat die Zubereitungsart?

Entscheidend war für mich natürlich sofort die Frage: Auf welche Zubereitungsart von #Kaffee trifft das zu? Aber darauf bezogen, konnte ich mich auch gleich wieder beruhigen, denn die Art des Kaffees spielt keine Rolle. Die Wirkung ist vollkommen unabhängig von der Zubereitungsart. Eine Tasse Kaffee, egal wie, reduziert das Todesfallrisiko um ganze 12%, bei drei Tassen sogar schon um 18%. Nun entschied ich natürlich, statistisch für mich selbst, dass auch die fünf Tassen, welche ich trinke, durchaus eine noch größere Erhöhung der Lebenserwartung bewirken könnte.

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Und somit trinke ich getrost weiter meinen Espresso.

Die Schweiz weltweit führend im Kaffeehandel

Nun bin ich als Schweizer, der im Land mit dem größten Kaffee-Handelsumsatz der Welt lebt, sehr skeptisch bei solchen Veröffentlichungen. Die #Schweiz ist im Kaffeegeschäft eine Großmacht. Mehr als 70% des Weltkaffee-Volumens werden direkt oder indirekt in der Schweiz gehandelt. Die Kaffeelobby ist also stark und was gibt es für die Kaffeeindustrie schöneres, als zu verkünden, dass der Kaffeegenuss das Leben verlängert? Ich recherchierte weiter, denn ich staune immer, wenn ich Kaffee kaufe, wie teuer dieses Genussmittel ist. Also interessierte mich wie sich diese Kosten zusammensetzen. Der Durchschnittspreis im Laden für 1 Kilo Kaffee beträgt in der Schweiz 17.66 Schweizer Franken, davon erhält der Kaffeebauer im Schnitt 17.7%, der Transport beträgt gerade einmal 1.7%, man bedenke bei diesem kleinen Betrag, woher der Kaffee kommt! Der Rest also rund 80% geht in die prall gefüllten Kassen des Handels.

Meine Recherche wird mich natürlich trotzdem nicht davon abhalten, weiterhin meine fünf Espressos pro Tag zu trinken. Aber ganz so euphorisch, wie nach der guten Nachricht, dass Kaffeegenuss das Leben verlängert, bin ich dann doch nicht mehr.