Die weiß-rote Fahne neben der roten Fahne. Das ist nur halb so schlimm. Dann aber die rote Farbe überall und noch das Brustbild des Onkels Ho Chi Minh, und der wird bei den polnischen Antikommunisten kaum mehr geschätzt als der Onkel Stalin. Zuerst benutze dieser Duda sein Vetorecht, um die dringend benötigten antikommunistischen Gesetze zu blockieren, dann mit seinem Staatsbesuch in Vietnam werte er ein, die Katholische #Kirche verfolgendes, Regime auf.

Der Hintergrund des Staatsbesuches in Vietnam

Auf Einladung des Staatspräsidenten Tran Dai Quang besuchte der polnische Präsident Andrzej Duda vom 27. bis zum 30. November Vietnam.

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Die Hauptaufgabe des Besuches war klar und deutlich: die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder zu vertiefen. Es ist im Ausland wenig bekannt, #Polen ist zur Zeit der größte Handelspartner Vietnams in Mittelosteuropa. Noch erstaunlicher, in den vergangenen Jahren haben sich die Investitionen Polens in Vietnam, vor allem in den Bereichen Immobilien, Verarbeitung der Agrarprodukte und Rohstoffe sowie Dienstleistungen, verdoppelt.

Immer mehr Vietnamesen haben die polnische Sprachkenntnisse

Seit mehreren Jahren wohnen und arbeiten zehntausende vietnamesische Gastarbeiter in Polen. Das polnische Volk ist seit eh und je gastfreundlich und tolerant gegenüber den Ausländern. Die Vietnameser sind still, arbeitsam, zuverlässig und dies wird bei dem polnischen Volk geschätzt. Umso mehr, dass sie uns ziemlich ähnlich sind, nämlich: oft römisch-katholisch.

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Es gibt immer mehr gemischte Ehen.

Im Rahmen seines Staatsbesuches hat der polnische Präsident die ehemaligen vietnamesischen Studenten, Doktoranden und Praktikanten getroffen, die in Polen studiert und gearbeitet hatten. Er brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, dass die vietnamesischen Bürger mit polnischen Verbindungen die polnische Sprache weiterhin lernen.

War dies aber wirklich alles?

Nun, das waren ja Dinge, die bei Gebrauch des Verstandes abzusehen waren. Die polnisch-vietnamesische Freundschaft ist eine nachprüfbare Tatsache und die Weiterentwicklung der menschlichen sowie der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Völkern liegt im Interesse der beiden Staaten. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts hat bewiesen, dass die breit angelegte Zusammenarbeit der demokratischen Länder mit den Kommunisten ist der beste Weg, um diesen Regierungsstil liberaler zu prägen.

Die vietnamesischen sowie die chinesischen Kommunisten sind allerdings die engen Verbündeten Russlands. In dem Anknüpfen fast herzlicher Beziehungen zwischen den Regierungen sowie Staatspräsidenten in Warschau, Hanoi und Peking kann auch eine andere Absicht liegen.

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Nämlich: die Suche nach Vermittlern, die polnischen Behörden im Notfall einen Ausgleich mit Putins Russland ermöglichen könnten. Oder ist das nur die Absicht eines Teils der maßgebenden polnischen Kreise?

Ist etwa die Russen- und Deutschfeindlichkeit die einzige Botschaft der PiS-Außenpolitik?

Das polnische Institut für Nationales Gedenken (IPN) hat den Gesetzentwurf zum Abriss aller Denkmäler vorbereitet, bei denen irgendwelche kommunistischen Symbole zu sehen sind. Die regierende Partei hat den Gesetzentwurf durch das Parlament durchgepeitscht. Dies bezieht sich auf die Standbilder, der in unserem Land gefallenen Soldaten, die in ganz Polen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, als Zeichen der "Dankbarkeit an die Sowjetunion für die Befreiung Polens vom Faschismus" errichtet worden sind. Dies soll bald auch die letzten noch bestehenden preußischen Gedenkstätten betreffen.

Seit wir hier diese sogenannte national-konservative Regierung haben, wächst die Russenfeindlichkeit bei dem gemeinen Volk in großem Ausmaß. Es gibt zwar mehrere Gruppen in der polnischen Gesellschaft, die für eine derartige Linie wenig übrig haben, sie können aber die Mehrheit der Bevölkerung nicht erfolgreich beeinflussen. Die tagtäglichen Pressestimmen haben wohl die meisten Leute überzeugt, dass je schlimmer die polnisch-russischen Beziehungen sind, umso besser für Polen. Derartige Politk kann, so wie 1939, nur infolge äußerst tragischer Ereignisse geändert werden und sie führt wohl dazu.