Die irische Modekette Primark sorgt immer wieder für neue Skandale. Bekannt ist Primark vor Allem für billige Ramschkleidung, eine endlose Auswahl mit mitunter giftiger Kleidung und jetzt soll es wohl schon so weit gekommen, dass Schimmelkleidung verkauft worden sei.

Ein ehemaliger Mitarbeiter des Shopping Centers Hannover bestätigt die Aussage, dass bei Primark verschimmelte Ware verkauft werde. In Hannover steht der größte Primark Store mit 8.500 Quadratmetern. Menschen gehen reihenweise mit gut gefüllten Einkaufstüten aus dem Store, denn Klamotten werden einem bei Primark buchstäblich „nachgeworfen“. Hier herrschen solche Schleuderpreise, dass sich nicht einmal ein Diebstahl lohnen würde. Das Motto ist „Fast Fashion“, besser bekannt als „tragen und wegwerfen“.

Bisher wurden bei Primark besonders die Mitarbeiterbedingungen kritisiert, Kameraüberwachung, schlechte Bezahlung und schlechte Arbeitsumstände. Des Weiteren berichteten Mitarbeiter laut „HAZ“ von Hautausschlägen wegen des täglichen Umgangs mit der zu verkaufenden Kleidung. Als Reaktion darauf wurden den Mitarbeiten wohl einfach nur Handschuhe angeboten.

Primark versucht mit allen Mitteln ihr „Billig-Image“ zu halten. Doch damit gehen sie mittlerweile eindeutig zu weit. Laut dem „NDR“ soll in das hannoversche Geschäft gehäuft feuchte Kleidung geliefert worden sein. Dies kommt wohl bei Lieferungen, die durch den Transport über Container und Schiffe nass werden, häufiger vor. Primark-Mitarbeiter gaben eidesstattlich an, dass Kleidung und Handtaschen sogar von Schimmel befallen sein sollen und trotzdem zum Verkauf herausgegeben werden mussten.

Emad Abdelsatar, ehemaliger Supervisor bei Primark erzählt in einem Interview mit dem NDR: „Ich hab gesagt, wir können diese Ware ja so nicht rausbringen. Dann hab ich meinen Vorgesetzten kontaktiert, der hat gesagt: ‚Raus auf die Fläche!‘“ Die Mitarbeiter hätten den Anweisungen Folge geleistet, die Ware sei auf der Verkaufsfläche platziert worden trotz Geruch und Schimmel, und auch so verkauft worden. Die Ware, die zu sehr gestunken habe, wurde meist zwei Tage im Keller ausgelüftet um sie später dann auf dem Verkaufstisch zu platzieren.

In einer Stellungnahme spricht die Billigmodekette Primark laut der „HAZ“ hierbei von „bedauerlichen Einzelfällen“. Darüber hinaus betonen sie, dass ihre Mitarbeiter ihnen sehr wichtig seien. Juliane Fuchs von der Gewerkschaft ver.di sagt dazu: „Nichtsdestotrotz gibt es massive Kritik an Primark als Arbeitgeber. Es gibt Verbesserungsbedarf.“

Warum die Mitarbeiter sich bisher nicht gegen den Verkauf verschimmelter Kleidung wehren, ist eindeutig: sie hatten Angst um ihren Job. Laut dem NDR werden bei Primark meist befristete Verträge abgeschlossen, aus Angst um ihren Job befolgen die Mitarbeiter also jede Anweisung, die sie bekommen.

Der Schimmel-Skandal ist definitiv nicht zu unterschätzen. Es wird davor gewarnt, dass Schimmelporen wenn sie in die Atemwege gelangen, zu Allergien oder sogar zu asthmatischen Erkrankungen führen können. Hinzukommen Kopfschmerzen, Schnupfen, Schlafstörungen, brennende Augen und Husten. Sollten verschimmelte Kleidungsstücke im Schrank auftauchen, sollten diese unmittelbar an die Luft gehangen und mit einem Anti-Schimmelmittel für Textilien bearbeitet und anschließend gründlich gewaschen werden. Der Kleiderschrank sollte im Übrigen ebenfalls gewaschen werden, am besten mit Zitronenreiniger oder Essigwasser.

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