Während Bloggen noch vor wenigen Jahren als nettes Hobby galt, entwickelt es sich immer mehr zu einer lukrativen Einnahmequelle

Stammplatz in der Front Row

Sie sind hübsch, immer gut angezogen und was das Wichtigste ist: eine Schar von so genannten Followern verfolgt jeden Schritt, den sie tun. Das Phänomen Fashionblogger hat die Modewelt im Sturm erobert. Sie verdrängen die Prominenz von den vordersten Plätzen sämtlicher Modenschauen und machen Moderedakteuren den Rang streitig. Sie nehmen ihre Anhänger mit zu glamourösen Partys und gewähren intime Einblicke in ihr aufregendes Leben, in Designermode. Je mehr Follower der Blogger hat, desto größer ist auch die Chance auf eine Zusammenarbeit mit großen Modelabels, die ihr Aushängeschild ausstatten und in den Front Rows der Modewelt platzieren.

Bella Italia!

Das wohl populärste Beispiel dieses Hypes, ist die 27-jährige Italienerin Chiara Ferragni. Angefangen hat alles im Oktober 2009, als die damalige Jura-Studentin Fotos ihrer Outfits auf ihrer eigenen Internetseite The Blonde Salad postete. Da immer mehr Medien über das neue Phänomen der Blogger berichteten, dauerte es nicht lange, bis sich die Klicks auf ihrer Seite verdoppelten. Der Ritterschlag kam durch die Zusammenarbeit mit dem Label Benetton, dem andere große Modehäuser wie Louis Vuitton, Guess und Tiffany & Co. folgten. Heute hat Chiara mehr als 3 Millionen Follower auf Instagram, ihr Jahresumsatz wird vom Branchenmagazin "Women's Wear Daily" auf unglaubliche sechs Millionen Euro geschätzt. Den Löwenanteil von 70 Prozent nimmt die Unternehmerin dabei mit ihrer selbst designten Schuhlinie Chiara Ferragni Collection ein.

Ein käuflicher Erfolg?

Nun wird natürlich die Frage aufgeworfen, ob die anfängliche Authentizität durch die Verlockungen, durch große Labels in den Hintergrund rückt. Laut eines Artikels des focus online schätzen die Unternehmen besonders die große Reichweite. Eine große Bedeutung hat dabei vor allem das, so genannte, virale Marketing. Die Blogger bekommen kostenlos Kleidung zugesendet, tragen diese auf ihren Fotos und berichten dann darüber in ihren Posts. Der Stuttgarterin Anni zufolge, die erfolgreich ihre Seite "Fashionhippieloves" betreibt, sind nicht selten Taschen im Wert von bis zu 700 Euro dabei. Viele der auf den Bildern vorgestellten Produkte werden vom Leser nachgekauft, woran der Blogger mit einer Provision beteiligt ist. Dies bringt den Bloggern oft den Ruf ein, käuflich zu sein, was diese natürlich abstreiten. Fakt ist, dass der steigende Einfluss dieser Seiten unbestreitbar ist und in unserem digitalen Zeitalter auch kein so schnelles Ende finden wird.

Bild: EventPhotosNYC / Flickr.com [CC BY-NC-ND 2.0] #Mode