Viele Jahre konnte Harald Glööckler seine Kollektionen auf dem Shoppingkanal QVC mit Luxusanspruch und divenhaften Gesten präsentieren. Doch Glööckler-#Mode und Kosmetikartikel kamen in den letzten Jahren nicht mehr so gut an wie erhofft. Lag es am Modeschöpfer oder an der Linie selbst? Nun scheint die Zusammenarbeit beendet.

Die schillerndste Figur der Teleshopping-Szene hört Ende des Jahres auf

Teleshopping, einst verpönt, heute mit respektablem Interesse der Zuschauer, hat nicht zuletzt durch die Verkaufsqueen Judith Williams neue Freunde gewonnen. Als außerordentlich talentierte Verkäuferin ihrer eigenen Kosmetiklinie konnte sie sich durch harte Arbeit und Disziplin zum bestverdienenden deutschen Teleshoppingstar hocharbeiten. Sie schaffte nach gescheiterter Gesangskarriere nicht nur einen respektablen Neuanfang in einer völlig anderen Branche, sondern konnte in den Olymp des Teleshoppings aufsteigen. Als Frau eine besonders beachtenswerte Leistung. Das gelang ihr auch dank guter Ideen, hochwertiger Produkte und sehr viel Charme. Ihren jetzigen Reichtum präsentiert sie nicht ohne Stolz, aber immer auch mit einer guten Portion Realismus.

Nach 11 Jahren wird QVC ohne Glööckler auskommen müssen

Dieser Realismus schien Harald Glööckler ein wenig zu fehlen, doch offenbar hat er ihn gerade zurückgewonnen. Nach 11 Jahren am Gängelband des Shoppingsenders QVC ist jetzt Schluss mit lustig. Aber wer ist jetzt ohne wen? Harald Glööckler ohne QVC oder QVC ohne Glööckler? Nach langer Zusammenarbeit legt der extravagante Modeschöpfer seine Teleshopping-Tätigkeit nieder, der Vertrag mit dem Sender läuft Ende 2015 aus. Seine Pressemitteilung liest sich so, als wäre die Trennung einvernehmlich. Hier schreibt der exzentrische Designer: "Man muss wissen, wann es Zeit ist, neue Wege zu gehen (...) Ich bin sehr dankbar und es war wunderschön."

Wenn schon, dann alles

Der Sender QVC habe ihm zwar die weitere Zusammenarbeit angeboten, doch die Sendezeiten sollten ab 2016 deutlich verkürzt werden. Das wollte der schwäbische Modedesigner nicht mitmachen. Was tatsächlich zum Bruch geführt hat, wir werden es wohl nicht erfahren. Das Interesse am Modeschöpfer Glööckler flaute letztendlich schneller ab, als man vermutet hatte. Hinter vorgehaltener Hand wird gemunkelt, er sei zu kapriziös, schwierig im Umgang, was das kollegiale Miteinander eindeutig erschwert. Doch solche Beurteilungen beeinträchtigen den 49-Jährigen sicher nicht. Ideenreich, wie er ist, wird er neue Wege finden. Und dass er künftig von Schönheitsoperationen Abstand nehmen will, macht ihn wieder viel sympathischer.

Die neuen Wege des Harald G. - Wir werden garantiert von ihnen hören und sie vor allem sehen.

 Foto: Udo Grimberg - Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons