Während der Weltwirtschaftskrise mit über sechs Millionen Arbeitslosen in Deutschland wurde 1927 die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung errichtet. Ab 1969 hieß sie Bundesanstalt für Arbeit. 2004 wurde sie in Bundesagentur für Arbeit umbenannt.

Die Körperschaft des Öffentlichen Rechts versteht sich als größter Dienstleister auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Die Zentrale befindet sich in Nürnberg. Zehn Regionaldirektionen und 156 Agenturen für Arbeit sowie rund 600 so genannte Dependancen stehen heute zur Verfügung. Außerdem wurden bundesweit 303 Jobcenter in kreisfreien Städten oder Landkreisen eingerichtet.

Die Bundesagentur für Arbeit berät Berufsanfänger und Arbeitgeber. Sie vermittelt Ausbildungs- und Arbeitsstellen, fördert Beschäftigungs- und Erwerbsfähigkeit, Berufsausbildung, berufliche Weiterbildung und berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung.

Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Arbeitsmarktbeobachtung sowie das Erstellen von Statistiken und die Bekämpfung von Leistungsmissbrauch gehören ebenfalls zum Aufgabenspektrum. Als Familienkasse zahlt sie das Kindergeld aus. Zu den besonderen Dienststellen zählen die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung in Bonn oder die Führungsakademie der Bundesagentur für Arbeit.

Die 2002 begonnene Reform orientierte von einer "aktiven zur aktivierenden" Arbeitsmarktpolitik. "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" sollten die Arbeitsverwaltung effizienter gestalten und die Arbeitslosenquote um die Hälfte reduzieren. Ab 2003 traten in mehreren Stufen die so genannten Hartz-Gesetze in Kraft. Sie sind wissenschaftlich und menschlich umstritten.

Für März 2015 gibt die Bundesagentur für Arbeit 2,9 Millionen Arbeitslose und 3,8 Millionen Unterbeschäftigte an. Kritiker bemängeln, dass arbeitsuchende Bezieher von Grundsicherung nicht mitgerechnet werden. Von 6,1 Millionen ALG II-Leistungsberechtigten waren im März 2015 71,9 Prozent erwerbsfähig.