Bei den Bausparkassen handelt es sich um spezielle Kreditinstitute, die durch die im deutschen Bausparkassengesetz fixierten Geschäftskreisbeschränkung lediglich die Wohnungsbaufinanzierung über Bausparverträge betreiben. Die erste bis heute erhaltene schriftliche Dokumentation eines kollektiven Spargedankens lässt sich bis in das 3. Jh. V. Chr. in China zurück verfolgen. Während der Han-Dynastie basierten gemeinnützige Spargesellschaften auf Gegenseitigkeit. Die neuzeitliche Geschichte der Bausparkasse begann mit der Gründung von Ketley's Building Society 1775 in Birmingham, von wo aus sich das Konzept schnell im restlichen England und den britischen Kolonien verbreitete. Es fand aber auch in den USA ab 1831 sowie in Brasilien ab 1834 großen Anklang. Bei den Vorgängern moderner Bausparkassen handelte es sich um „Terminating Building Societies“. Diese wurden aufgelöst, wenn das letzte Mitglied des Systems in den Besitz eines Eigenheims kam. Im Gegensatz dazu agierten deutsche Bausparkassen als permanente Organisationen. Im Jahre 1885 galt der Pastor von Bodelschwingh in Bielefeld als Gründer der ersten deutschen Bausparkasse, die den Namen die „Bausparkasse für Jedermann“ trug. Endgültig setzte sich das Bausparsystem in Deutschland zwischen 1921 bis 1929 aufgrund des gestiegenen Finanzmittelbedarfes zur Lösung von Wohnungsproblemen nach dem Ersten Weltkrieg durch. Durch die Erneuerung des Bausparkassengesetzes im Jahr 1991 erhielten die Bausparkassen einen Weg in den Europäischen Binnenmarkt. Die Bausparkassen differenzieren sich voneinander in ihren Rechtsformen. Die im Verband der zwölf privaten Bausparkassen zusammengeschlossenen Bausparkassen werden von Aktiengesellschaften betrieben. Dabei befinden sie sich größtenteils im Eigentum oder Einflussbereich von Versicherungsgesellschaften oder Banken. Durch das Bausparkassengesetz müssen Bausparkassen autonome Gebilde sein, weshalb Banken das Bauspargeschäft indirekt über Tochtergesellschaften durchführen kann.

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