Der Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Mitglied des Deutschen Bundestages Cem Özdemir wurde am 21. Dezember 1965 in Bad Urach als Sohn einer moslemischen, türkischen Gastarbeiterfamilie geboren. Seine Eltern lernten sich dabei in Deutschland kennen.

Nachdem er die Schule mit der Mittleren Reife abschloss, absolvierte er eine Ausbildung zum Erzieher. Im Jahre 1983 nahm der Politiker die deutsche Staatsbürgerschaft an. Anschließend erwarb er die Fachhochschulreife und absolvierte ein Studium der Sozialpädagogik an der Evangelischen Fachhochschule für Sozialwesen Reutlingen - die heutige Evangelische Hochschule Ludwigsburg. Dieses beendete er als Diplom-Sozialpädagoge (FH). Özdemir trat 1981 als Mitglied bei den Grünen ein und engagierte sich im Grünen-Kreisverband Ludwigsburg. Seit 1987 war Özdemir als Erzieher und freier Journalist aktiv. Er heiratete die aus Argentinien stammende Journalistin Pia Castro. Von 1989 bis 1994 war er im Grünen-Landesvorstand von Baden-Württemberg.

Für die Themen Ökologie und Nachhaltigkeit setzte er sich bereit als Jugendlicher besonders stark ein. Sein aktives politsches Leben begann schon im Redaktionsteam der Schülerzeitung seiner Realschule. Außerdem verkaufte er Dritte-Welt-Waren und setzte sich für ein Recyclingkonzept in seiner Geburtsstadt ein. Am Herzen lag Cem Özdemir auch der Erhalt der Ermstalbahn in Baden-Württemberg. Als man die Gleise der stillgelegten Strecke entfernen wollte, schloss er sich Protesten gegen das Vorhaben an.

Zwischen 1989 und 1994 war Cem Özdemir Mitglied des Landesvorstands der Grünen in Baden-Württemberg, wo er heuer im Kreisverband Stuttgart beheimatet ist. 1994 wählte man ihn als ersten Abgeordneten türkischer Herkunft in den Deutschen Bundestag. Diesem gehörte er zwei Legislaturperioden bis zum Jahr 2002 an. Ein Jahr später nahm er als `Transatlantic Fellow´ beim US-Think Tank `German Marshall Fund of the US´ in Washington DC und Brüssel teil. In dieser Zeit setzte er sich intensiv mit den transatlantischen Beziehungen sowie der politischen Selbstorganisation ethnischer Minderheiten in den USA und Europa auseinander. Zwischen 2004 bis 2009 zog er als Abgeordneter in das Europäische Parlaments als Mitglied von Die Grünen / Freie Europäische Allianz ein. Er nahm die Position als außenpolitischer Sprecher seiner Fraktion und Vize-Präsident eines CIA-Sonderausschusses namens 'Nichtständiger Ausschuss zur behaupteten Nutzung europäischer Staaten durch die CIA für die Beförderung und das rechtswidrige Festhalten von Gefangenen' ein.

Auch als Autor machte sich der Politiker einen Namen und behandelt in seinen Büchern 'Currywurst und Döner - Integration in Deutschland' und 'Ich bin ein Inländer' die Aspekte multikultureller Erfahrungen in Deutschland. 2008 wurde sein Jugendbuch "Die Türkei. Politik. Religion, Kultur" publiziert. 1996 wurde der Politiker mit der Theodor-Heuss-Medaille und den Civis Media-Preis für sein Engagement im Sinne eines vorurteilslosen Zusammenlebens von Deutschen und Migranten ausgezeichnet. Im Jahre 2009 erhielkt er von der türkischen Universität Tunceli die Ehrendoktorwürde für seine Unterstützung für eine Verständigung der Kulturen.

Neben seiner Mitgliedschaft im Politischen Beirat des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (BVMW), ist Cem Özdemir auch noch Gründungsmitglied des European Council on Foreign Relations (ECFR). Seine Mitgliedschaften in Beiräten umfassen das Berliner Büro des American Jewish Committee (AJC), die Hrant Dink Stiftung wie auch das START-Programm der Hertie-Stiftung. Er ist auch Teil der Kuratorien des Deutsch-Türkischen Forums Stuttgart e.V. sowie der Theodor-Heuss-Stiftung.

Bild: "Cem Özdemir bei der LDK in Essen" by Bündnis 90/Die Grünen Nordrhein-Westfalen - CC BY-SA 2.0 / Flickr.com