Die Europäische Union wurde durch Inkrafttreten des Vertrags von Maastricht am 1. November 1993 als Staatenbund gegründet. Sie ist eine eigenständige Rechtspersönlichkeit des Völkerrechts und besteht aus souveränen Nationalstaaten, die weitreichende Kompetenzen für die Durchführung einer gemeinsamen Politik an die Organe der EU abgegeben haben. Ihre Anfänge reichen zurück bis zur Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, welche 1951 gegründet wurde und das Ziel verfolgte, durch gegenseitige Kontrolle der Stahlproduktion Transparenz zu schaffen und einen weiteren Krieg zu verhindern. 1957 folgte mit den Römischen Verträgen der Schritt in Richtung eines gemeinsamen Wirtschaftsraums, in dem sich Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital frei bewegen können. Zudem wurde die Europäische Atomgemeinschaft gegründet.

Mit dem Vertrag von Maastricht traten zu den mittlerweile als "Europäischen Gemeinschaften" vereinbarten Regelungen noch zwei weitere Regulierungsgebiete hinzu: Außen- und Sicherheitspolitik sowie Inneres und Justiz. Außerdem wurde die letztlich 2002 erfolgte Einführung einer gemeinsamen Währung, des Euros, beschlossen. 1999 fand mit dem Vertrag von Amsterdam die erste, 2003 mit dem Vertrag von Nizza die zweite Reform des EU-Regelwerks statt. Ab diesem Zeitpunkt war eine vertiefte Zusammenarbeit möglich, was eine verstärkte Integration besonders aufgeschlossener Staaten ermöglichte. Dieses Konzept wurde als "Europa der zwei Geschwindigkeiten" bekannt. 2009 wurde die am Widerstand der französischen und niederländischen Bevölkerung gescheiterte EU-Verfassung weitestgehend über den Vertrag von Lissabon unter anderem Namen zu geltendem Recht. Damit wurden die drei Säulen der EU - die Europäische Gemeinschaft, die justizielle und innere Zusammenarbeit und die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik - in einem einheitlichen Regelwerk aufgelöst und die EU zur Rechtspersönlichkeit. 2012 erhielt die Europäische Union den Friedensnobelpreis.