Horst Lorenz Seehofer wurde am 4. Juli 1949 in der oberbayerischen Stadt Ingolstadt geboren und wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. Seine Mutter Grete musste insgesamt vier Kinder mit dem niedrigen Lohn ihres Ehemannes Lorenz, einem Bauarbeiter, groß ziehen. Da es ihm als Schüler unmöglich war, das monatliche Schulgeld von rund 15,- DM für den Besuch eines Gymnasiums zu zahlen, besuchte er zwischen 1961 bis 1965 die Ingolstädter Freiherr-von-Ickstatt-Mittelschule. Nach seinem Abschluss begann er eine Lehre in der Kommunal-Verwaltung, in der er sich vom Amtsjungboten zum Diplom-Verwaltungswirt etablierte. 1979 absolvierte Seehofer als Jahrgangsbester an der Münchener Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie eine Zusatzausbildung zum Verwaltungs-Betriebswirt.

Seehofer, der im Jahr 1969 in die Junge Union und anschließend 1971 in die CSU eintrat, heiratete 1974 die drei Jahre jüngere Christine "Christel" Hildegard, doch die Ehe wurde acht Jahre später geschieden. Bereits im Folgejahr ging Seehofer seine zweite Ehe mit Karin Stark ein. Karin und Horst Seehofer wurden in Folge Eltern der drei gemeinsamen Kinder Ulrike, Andreas und Thomas.

Mit Seehofers Wahl in den Bundestag begann 1980 seine Ära als direkt gewählter MdB des Wahlkreises Ingolstadt. Als solcher war er nebenbei auch sozialpolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe im Rahmen der Unions-Fraktion. Ab 1983 übernahm er relevante Ämter auf Regierungsebene. Zwischen 1989 bis 1992 nahm er unter dem Minister Norbert Blüm die Position als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung ein. Anschließend machte ihn Bundeskanzler Kohl zum Gesundheits-Minister. Nach der CDU-Wahlniederlage 1998 musste Seehofer, der seit 1994 CSU-Vorsitzender war, sein Amt niederlegen und fungierte als Vize-Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag. 2008 wurde Horst Seehofer zum Ministerpräsidenten Bayerns gewählt. Bei der Landtagswahl 2013 konnte er die Stellung seiner Partei und einhergehend seine politisches Amt verteidigen. Schwerpunktmäßig lag sein Engagement auf sozialen Fragen. Zuvor nahm er zwischen 1992 und 1998 unter Bundeskanzler Helmut Kohl den Rang als Bundesminister für Gesundheit ein. Von 2005 bis 2008 war er Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in der Großen Koalition unter SPD, CDU und CSU unter Bundeskanzlerin Angela Merkel. Als Gesundheitsminister engagierte sich Horst Seehofer gegen die Kostenerhöhung im Gesundheitswesen sowie das Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung. 2007 kandidierte Seehofer nach der Erklärung Edmund Stoibers, weder als CSU-Vorsitzender noch als Bayerns Ministerpräsident zur Verfügung stehen zu wollen um dessen Nachfolge. In den parteiinternen Machtkampf zwischen Seehofer, Erwin Huber und Günter Beckstein wurde der Skandal um Seehofers außereheliche Liebesbeziehung öffentlich. So führte Seehofer in Berlin eine Beziehung zu einer 25 Jahre jüngeren Frau, die ein Kind von ihm erwartete. Die Affäre hatte ihre Konsequenzen: Günther Beckstein nahm das Amt des Ministerpräsidenten. Am 25. Oktober 2008 wurde Seehofer jedoch zum Vorsitzenden der CSU und zwei Tage darauf zum Ministerpräsidenten gewählt. Parallel dazu verließ er die Bundesregierung. Insgesamt galt Seehofer als konservativer wie auch sozial engagierter Landesvater, der trotz herber Kritik im September 2013 bei der Landtagswahl Stimmenzuwächse erreichte und so erneut die absolute CSU-Mehrheit im Landtag sicherte.

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