Ein Notarzt ist ein Arzt mit einer speziellen Zusatzqualifikation. Bei akuten, lebensgefährdenden Erkrankungen oder Verletzungen eines Patienten gelangt er in kürzester Zeit zu diesem und kann ihn präklinisch, also vor dessen Aufenthalt im Krankenhaus, behandeln. Rasch zu ihm gelangt er mit den Transportmitteln des Rettungsdienstes, die das Notarzteinsatzfahrzeug, den Notarztwagen sowie den Rettungshubschrauber umfassen. Für die unmittelbare Behandlung stehen dem Notarzt diverse Medikamente sowie Gerätschaften zur Verfügung. In der Notfallmedizin erkannte man, dass bereits am Unglücksort relevante medizinische Maßnahmen geleistet werden müssen. Diese Leistungen verfolgten das Ziel, einen Patienten für den Transport ins Krankenhaus zu stabilisieren und ihm gleichzeitig eine ideale Nachfolge-Behandlung zu erlauben. Erstmals wurde im Juni 1957 in Köln ein Notarztwagen in Dienst gestellt. Davor war im gleichen Jahr durch die Universität Heidelberg zum ersten Mal ein mobiler Operationssaal mit ärztlichem Personal in Dienst gestellt worden. Das erste Notarzteinsatzfahrzeug fuhr am 7. April 1964 in Heidelberg seinen Einsatz und diente dadurch als Vorbild für die bundesweite Erstversorgung. Zuvor war es üblich, den Patienten zwar so schnell wie möglich, aber eher unversorgt, in ein Krankenhaus zu einzuliefern. In vielen Ländern wurden dafür nicht-ärztliche Helfer mit erweiterter Ausbildung qualifiziert, wie beim Paramedic-System der USA oder in Großbritannien. In Deutschland, Österreich und anderen europäischen Staaten wurde im Gegensatz dazu die Methode eingeführt, Ärzte unmittelbar am Ort einzusetzen. Heute besteht in Deutschland ein abgestuftes Rettungsdienst-Konzept, das mit qualifizierten nicht-ärztlichen Einsatzkräften wie Notfallsanitäter, Rettungsassistenten, Rettungssanitäter wie auch Notärzten je nach Notfallart reagieren kann. In der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands e.V. (BAND) sind mittlerweile ca. 8.000 Notärzte organisiert.

Bild: Wikicommons von Mattes