Polen ist eine parlamentarische Republik mit circa 38 Millionen Einwohnern und sowohl flächenmässig wie auch bevölkerungsmässig der sechstgrößte Mitgliedstaat der Europäischen Union.

Das Land grenzt im Westen an Deutschland, im Süden an Tschechien und die Slowakei, Ukraine und Weißrussland im Osten und Litauen sowie die russische Enklave Kaliningrad im Norden. Zu den politisch wichtigsten Städten des Landes gehören neben der Hauptstadt Warschau die Städte Krakau, Breslau, Lodz und Posen. Die Landessprache ist Polnisch und wird vom Großteil der Bevölkerung gesprochen. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist der größte Teil des Landes katholisch.

Polen ist eine parlamentarische Demokratie. Die gesetzgebende Gewalt unterliegt dem Parlament, bestehend aus zwei Kammern, der unteren Sejm mit 460 Abgeordneten und der oberen Kammer, dem Senat mit 100 Senatoren. Die ausführende Gewalt wird vom Präsidenten und dem Premierminister geteilt. Der Präsident wird vom Volk ins Amt gewählt und vertritt das Land während seiner Amtszeit als Staatsoberhaupt, Oberbefehlshaber der Streitkräfte und repräsentiert das Land in der internationelen Arena. Der Premierminister wird vom Präsidenten ernannt. Bei der letzten Präsidentschaftswahl am 24. Mai 2015 wurde Andrzej Duda vom Volk gewählt und hält seither das Präsidentenamt inne.

Polen ist Mitglied zahlreicher internationaler Organisationen, wie der Welthandelsorganisation (WTO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Vereinten Nationen (UN), Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Zusammenarbeit (EBRD). Polen ist ebenfalls Mitglied der Visegrád-Gruppe, einer losen Kooperation der mitteleuropäischen Staaten Polen, Tschechien, Slowakei und Ungarn. Alle Länder sind seit 2004 Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Polen ist die achtgrößte Volkswirtschaft in der EU. Seit Anfang der 1990er-Jahren verfolgt das Land eine wirtschaftliche Liberalisierungspolitik und war das einzige Land innerhalb der EU, das nach der globalen Finanzkrise nicht in eine Rezession stürzte. Obwohl die EU-Mitgliedschaft sowie der Zugang zu EU-Strukturfonds seit 2004 den wirtschaftlichen Aufschwung beschleunigten, und das Land eines der EU-Spitzen-Diensterbringer ist, bleibt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Das Bruttoinlandsprodukt wurde 2014 auf 414 Milliarden Euro beziffert und das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 10´700 Euro. Die Arbeitslosigkeit betrug Anfang 2016 ca. 10,3 Prozent. Die Wirtschaft lebt vom internationalen Handel. Der wichtigste Handelspartner ist Deutschland, weitere wichtige Handelspartner sind Italien, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Tschechien, Russland, China und die USA. Die Automobil- und Autozulieferbranche sowie Maschinenbau und die Metallbranche sind die wichtigsten Abnehmer polnischer Exportwaren.

Bild: Polnische Nationalflagge. Quelle: Pixabay.