Russland ist eine föderale Republik in Eurasien mit ca. 142,5 Millionen Einwohnern und mit mehr als 17 Millionen Quadratkilometern der flächenmäßig größte Staat der Welt. 

Die Russische Föderation bedeckt rund ein Achtel der gesamten Landmasse der Erde und erstreckt sich vom Baltischen und dem Schwarzen Meer im Westen bis hin zum Pazifischen Ozean im Osten. Das Land grenzt an 14 Länder und 5 Meere, ist Teil zweier Kontinente und erstreckt sich über vier Klimazonen. Auf über 17 Millionen Quadratkilometern entspricht die Bevölkerungsdichte gerademal 8 Menschen pro Quadratkilometer. Die Hauptstadt Moskau ist mit ca. 12,2 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Stadt des Landes. St. Petersburg im Nordwesten folgt mit 5 Millionen Einwohnern. Die Amtssprachen sind Russisch sowie 34 weitere regionale Sprachen. Das Land feiert am 12. Juni seinen Nationalfeiertag.

Dir Russische Föderation besteht aus 83 administrativen Einheiten. Die ausführende Gewalt unterliegt dem Staatsoberhaupt und Präsidenten Wladimir Putin, der seit dem 7. Mai 2012 und zuvor von 2000-2008 das Präsidentenamt inne hatte. Regierungschef ist Dmitri Medwedew, der vom Präsidenten ernannt wird. Die Legislative unterliegt den beiden Kammern Staatsduma (Unterhaus, bestehend aus 450 Abgeordneten) und dem Föderationsrat (Oberhaus mit 166 Abgeordneten). Seit den Duma-Wahlen und -Wiederwahlen im Dezember 2003, 2007 und 2011, ist die Partei "Einiges Russland" (oder: Allrussische Partei) die stärkste Partei im russischen Parlament. Sie wird dort in vielen Fragen durch Kommunisten, Nationalradikale, Linksnationale und Sozialdemokraten unterstützt. Das Vier- bis Fünf-Parteien-System hat das Machtsystem in Russland weitgehend gestärkt. 

Im März 2014 wurden im Zuge einer verdeckten Operation russische Truppen in die autonome Republik Krim gesendet, um dortige Marinestützpunkte für Russland zu besetzen. Dies verlief fast ausnahmlos ohne Blutvergießen. Fast zeitgleich begann aber der Krieg in der Ostukraine, der als Folge der gewaltsamen Machtübernahme in Kiew zu sehen ist. Die Krim war einst Teil der SFR und der Großteil der Einwohner der Halbinsel sind russischer Abstammung. Bis heute dauern die Auseinandersetzungen zwischen den prorussischen Kräften, die für die Abspaltung der Verwaltungsbezirke Donezk und Luhansk von der Ukraine kämpfen und den ukrainischen Truppen sowie den Milizen an. Der Konflikt belastete die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen nachhaltig. 

Russland ist Mitglied von vielen internationalen Organisationen, in denen die Mitgliedschaft dieses Landes seitens der Westmächte, manchmal auch von Moskau selbst, in Frage gestellt wid. Umso wichtiger werden für die Russen drei von ihnen geführte oder mitgeführte Formationen: Die Eurasische Wirtschaftsunion, die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit sowie die BRICS-Gruppe. 

2012 war Russland Gastgeber für das APEC und für die G20 in 2013. Als Mitglied des UN-Sicherheitsrats kommt Russland eine wichtige Funktion in internationalen Affären zu, wie dem Konflikt in Syrien und der Vernichtung seiner chemischen Waffen, sowie im Kampf gegen Irans Atomwaffenprogramm. Russland ist ebenfalls ein Mitspieler im Sechs-Parteien-Gespräch mit Nordkorea zu dessen Kernwaffenprogramm sowie ein Mitglied des Nahost-Quartetts. Im Mai 2014 unterzeichneten Russland, Weissrussland und Kasachstan das Gründungsabkommen zum Zusammenschluss zu einer Eurasischen Wirtschaftsunion, zu der später auch Armenien und Kirgistan dazukamen. 

Während Menschenrechte und zivile Freizügigkeit sich im neuen Russland im Vergleich zur Sowjetunion beachtlich verbesserten, wird seit dem Jahr 2005 (Festnahme und Enteignung Chorodkowskis) im Westen kritisiert, dass sich die Menschenrechtssituation wieder verschlechtert. Die Lage des russischen Staates bleibt in vielen Bereichen sehr ernst. Die Probleme des Terrorismus, Separatismus im Nordkaukasus, radikalisierten Islam und Korruptionsbekämpfung haben die Russiche Föderation in einen permanenten Ausnahmezustand getrieben. Als größte Probleme werden von den Russen selbst die undurchsichtige, teilweise immer noch kriminelle Geschäftsschemen und in vielerlei Hinsicht die unkontrollierte Macht der Bürokratie genannt. Die Fragen der sexuellen Minderheiten, deren Lebensstil an sich dort bis heute nicht strafbar ist, gelten in Russland selbst als wenig wichtig.

Durch die enorme Größe des Landes ist Russland reich an natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen wie Nickel, Platin, Gold, Kohle, Uran, Cobalt und Diamanten. Das Land ist der weltweit führende Produzent von Erdöl und Erdgas und nutzt diese Vormachtstellung mit Sanktionen gegen europäische Länder in Konflikten immer wieder aus. Europa ist der Hauptabsatzmarkt für russische Energieerzeugnisse, wobei zunehmend auch China Bedarf anmeldet. Im weltweiten Vergleich ist das Land die zehntgrößte Wirtschaftsmacht.

Aufgrund der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Rohöl-Einkommen und der dadurch bestimmten Anfälligkeit auf globale Preisschwankungen, wurde ein neues Wirtschaftsmanöver eingeleitet, das darauf abzielt, Nicht-Rohstoff-Ausfuhren zu steigern, d.h. mehr Erzeugnisse der verarbeitenden Industrie zu exportieren. Dadurch soll die Abhängikeit des Landes von dem Handel mit der EU und den USA reduziert werden, um freie Hand in der Außenpolitik zu bekommen. Weiter soll der Handel mit Nicht-EU- und -Nicht-NATO-Mitgliedsstaaten intensiviert werden. Der befürchtete Kollaps der russischen Volkswirtschaft blieb aus und gemäß neusten statistischen Zahlen scheint die seit Frühjahr 2015 anhaltende Rezession überwunden zu sein.  

Seit 2012 ist Russland Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO). Die Entscheidung Medwedews für den Beitritt wird in Moskau jedoch stark kritisiert mit der Begründung, der Fokus solle darauf gelegt werden, den Binnenmarkt der Eurasischen Union vor einer übermäßigen Konkurrenz zu schützen. Das Nichtbefolgen der Auflagen sowie die viel kritisierte, völkerrechtswidrige Annexion der Krim haben dazu beigetragen, dass Russland durch die anderen Staatschefss dauerhaft aus der G8-Gruppe ausgeschlossen wurde. Auch Verhandlungen über einen Beitritt Russlands zur Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wurden als Reaktion auf den Krim-Konflikt ausgesetzt. Von Russland selbst wird der Ausschluss aus der OECD als positiv, der Ausschluss aus der G8-Gruppe als bedeutungslos gewertet.

Bild. Russische Nationalflagge. Quelle: Pixabay.