Oft summiert sich über eine gewisse Zeitspanne ein Betrag auf, der dann für eine größere Anschaffung verwendet werden kann. Im Rahmen der Haushaltstheorie bezieht sich dieser Vorgang auf das verfügbare Einkommens eines Haushalts, der nicht für den Konsum zur Verfügung steht. Bietet eine Volkswirtschaft keine Möglichkeit, bestimmte Einkommensteile wieder auszugeben, so spricht man vom Zwangssparen. Freiwilliges Sparen kann entweder Vermögensanlage oder Zwecksparen für zum Beispiel Konsumgüter sein. Bezogen auf die Vermögensanlage wird die Sparhöhe dadurch bestimmt, inwiefern sich der Verzicht von Konsum in einem bestimmten Zeitraum zugunsten eines erweiterten Handlungsspielraumes und bei zinsbringender Anlage eines Einkommens aus dem Vermögen künftig lohnt. Beim Zwecksparen muss zwischen heutigem Konsum und zukünftigem Konsum abgewogen werden. Aufgrund von Unsicherheiten haben Haushalte in der Regel eine zeitliche Präferenz im Hinblick auf die Gegenwart. So wird der gegenwärtige Konsum höher als der zukünftige geschätzt. Ist die Höherschätzung des Gegenwartskonsums stark ausgeprägt, kommt das Entsparen zum Einsatz, indem der Gegenwartskonsum höher bemessen wird als das aktuelle Einkommen. In Höhe dieses Unterschieds wird eine Kreditaufnahme fällig, der später zulasten von Konsummöglichkeiten getilgt wird. Die Bedeutung vonSparen darf nicht mit dem Horten verwechselt werden, bei dem Geld zurückbehalten wird, ohne es anzulegen. Sparen wird mit einem Zins vergütet und bleibt im Wirtschaftskreislauf, während die Hortung unvergütet bleibt und dem Wirtschaftskreislauf Geld entzieht. Auch in der Politik kennt man den Begriff, mit dem die Reduzierung des Haushaltsdefizites als sparen oder Sparkurs bezeichnet wird. Der Haushalt jedoch bleibt auf Weiteres defizitär. Der Staat reduziert zwar seine Ausgaben, baut allerdings weiterhin Schulden auf und bremst nur die Neuverschuldung.