Als ich das erste Mal Çiğ Köfte gegessen habe, kam es mir ungewöhnlich vor. Ich war damals etwa 16 und wir waren zu Besuch bei den Eltern meines späteren Schwagers, die aus der türkischen Metropole Gaziantep stammen. Die Häppchen sehen wie Frikadellen aus und man rollt sie in ein Salatblatt bevor man reinbeißt. Der erste Biss in eine solche „rohe Frikadelle“, so würde es heißen, wenn man Çiğ Köfte ins Deutsche übersetzen würde, war ein einmaliges Ereignis. Es ist zwar scharf gewesen, aber auf eine angenehme Weise - es auch etwas Erfrischendes. Mit Fleisch hat die türkische Spezialität aber nichts zu tun. Zu den Zutaten gehören etwa Bulgur, Tomatenmark und verschiedenste frische Kräuter. Eine gesunde Alternative zum gängigen Fastfood – und das nicht nur für Veganer.

Bis dahin hatte ich nichts Vergleichbares gegessen. Das lag daran, dass die kaukasische Küche vollkommen anders ist, als die von Südostanatolien. Während Kaukasier, zu der auch meine Familie gehört, es eher mild mögen, essen die Menschen in dieser Region würzig. Bei jedem weiteren Besuch bei der Familie meines Schwagers gehörte die Çiğ Köfte zum normalen Ritual. Man muss dabei wissen, Essen ist bei Türken in der Regel ein Ritual, in Südostanatolien ist es mehr als das, es ist Livestyle. Böse Zungen sprechen sogar von Kult.

Sogar die Gespräche drehen sich bei den Leuten aus der Gegend fast ausschließlich ums Essen. Man bedenke, die Generation meines Vaters spricht normalerweise hauptsächlich über Politik. Nicht bei den Südostanatoliern – Essen ist das Hauptthema Nr. 1, erst dann kommt Politik, gefolgt von den eigenen Kindern und manchmal Fußball.

Mehr als 20 Jahre später sehe ich in vielen Städten Deutschlands Restaurants, die ebenfalls Çiğ Köfte anbieten. Inztwischen haben sich auch in Deutschland Restaurantketten gebildet, die diese rohen Frikadellen in allen Variationen anbieten. Eines davon ist Komagene. In der Türkei hat das Unternehmen über 700 Filialen und will jetzt auch in Deutschland an einen ähnlichen Erfolg anknüpfen. Ich sprach mit dem Chef des Unternehmens, Kamil Kaya Sivrikaya, über seine Ziele und den Propheten Abraham, auf den die kleinen Delikatessen zurückgehen sollen.

 

 

Herr Sivrikaya, wann haben Sie Ihr erstes Komagene-Retstaurant eröffnet?

Wir haben unser Projekt Ende 2004 begonnen und haben den ersten Laden im Juni 2005 eröffnet.  In Deutschland haben wir unsere Arbeiten 2007 begonnen. Derzeit gibt es in Europa über 20 Restaurants. In der US-Metropole Los Angeles haben wir eine erste Phase begonnen.

Wie sind Sie auf den Namen Komagene gekommen?

Wir haben bei der Auswahl des Namens bedacht, dass wir eine Weltmarke werden wollen. Damals haben wir nachgeforscht und wollten wissen, woher die „Çiğ Köfte“ ursprünglich kommt. Wir fanden heraus, dass es auf die Zeit des Propheten Abraham zurückgeht. Die Gegend in der der Prophet gelebt hat hieß „Kommagene“, mit zwei „m“. Wir haben dann nur ein „m“ rausgenommen.

Was sind Ihre derzeitigen Ziele?

In der Türkei haben wir unsere Ziele erneuert. Jetzt wollen wir die Komagene-Retstaurants auf landesweit 1.500 ausbauen. Es gibt noch Gegenden, in denen wir nicht ausreichend vertreten sind. Auch für Deutschland haben wir uns Ziele vorgenommen. Hier sehen wir sehr viel Potential. Besonders Deutsche essen unsere Produkte sehr gerne. Schon jetzt sind mehr als die Hälfte unserer Kunden Deutsche.

Wie bereiten Sie Ihre Çiğ Köfte zu?

In Köln haben wir eine Produktionsstädte, in der wir die Çiğ Köfte zubereiten. Von hier aus werden die europäischen Komagene-Retstaurants beliefert. Dadurch haben wir einheitliche Qualitätsstandards und einheitlichen Geschmack. Gerade deswegen ist es besonders wichtig, dass die Ware zentral zubereitet wird. #Europäische Union #Gesundheit #Galatasaray