Es war eines der schlimmsten Zugunglücke in Bayern: Zwei Regionalzüge stießen am Morgen des 09. Februar 2016 bei Bad Aibling im oberbayerischen Landkreis Rosenheim zusammen. Zehn Menschen kamen dabei ums Leben, darunter die beiden Lokführer. 108 Menschen wurden verletzt, viele davon zum Teil schwer. Zur Stunde wird noch ein Zugbegleiter vermisst und in den Krankenhäusern ringen einige Menschen um ihr Leben. Das berichtete das RTL-Nachtjournal vom 09. Februar.

Handyvideo des Unglücks aus Bad Aibling

Im Netz wurde ein Video online gestellt. Es zeigt über acht Minuten lang die Situation im Zug - unmittelbar nach dem Aufprall. Der Fahrgast, der das Video online stellte, wurde massiv angegriffen und mit Anzeigen bedroht. Inzwischen wurde die Kommentarfunktion deaktiviert. Auf den ersten Blick sind private Filmer von Unglücken oft gleichzusetzen mit Gaffern. Beim Unglück von Bad Aibling tut man dem Fahrgast womöglich Unrecht.

Bei Betrachtung des vollständigen Bildmaterials, bekommt man einen anderen Eindruck. Zum einen waren Smartphones die einzige Lichtquelle im stockfinsteren Zug. Immerhin war es um kurz vor sieben Uhr noch dunkel. Und die Aufnahmen könnten auch für die Ermittler wichtig sein. Diese dokumentieren Fluchtwege, identifizieren vielleicht weitere Verletzte. Ob das Video öffentlich zugänglich gemacht werden sollte, bleibt tatsächlich zu hinterfragen. Die benannten Szenen in den Aufnahmen könnten aber belegen, dass der Filmer eben nicht aus Sensation filmte, wie ihm unterstellt wird.

Filmer hilft nach dem Zugunglück in Bad Aibling

Denn zunächst räumte er einer Frau mit einer Verletzung den Weg frei. Auch einem verletzter Mann am Boden umsorgte der Filmer, sagte ihm, er soll so liegen bleiben. Dramatisch sind Szenen an der Tür, wo wir nur den Fluchtweg dorthin kurz zeigen. Diese Aufnahme zeigt mutmaßlich, wie der Filmer einen Weg freischaufelte. Immer wieder wurde auch nach den Verletzten geschaut. Viele Fahrgäste haben den Opfern im Zug sofort geholfen - bevor die 700 Retter und Polizisten vor Ort sein konnten. 

Auszug aus dem Amateurvideo / Schnitt: BlastingNews

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