Nach dem schweren Zugunglück am vergangenen Dienstag in Bad Aibling, soll es keine Hinweise auf technisches Versagen geben. Das erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) in München. Am Dienstag wollen sich Staatsanwaltschaft und Polizei zur Unfallursache näher äußern. Hier könnten auch die Ergebnisse der dritten Blackbox bekannt gegeben werden. Diese wurde am vergangenen Freitag gefunden.

Aufräumarbeiten laufen

"Tatsache ist, dass nach den Daten, die wir haben, ein technischer Fehler nicht vorgelegen hat", so Dobrindt. Dennoch will man prüfen, ob die Daten aus den Fahrtenschreibern beweiskräftig sind. Deshalb werde man den Unfall noch einmal nachstellen bzw. simulieren. Dazu müssen zunächst die Gleise repariert werden. Laut Bayerischen Rundfunk haben die Aufräumarbeiten an der Unfallstrecke bereits begonnen (Titelbild). Insgesamt müssen 120 Meter Gleisanlagen repariert und 180 Meter Schwellen ausgetauscht werden. Dazu kommen einige Tonnen an Schotter, der neu verbaut werden.

So soll simuliert werden

Nach den Arbeiten, wenn die Strecke wieder befahrbar ist, würden Kontrollfahrten durchgeführt werden. Laut Polizei fahren dann Züge des gleichen Typs in Rosenheim und Bad Aibling nacheinander los. Während der Fahrt der Züge werden die Ermittler Signale überprüfen sowie die Technik im Zug genau begutachten. Ebenfalls wird man die Sicherheitstechnik entlang der Strecke unter die Lupe nehmen. Bei dieser Simulation mit echten Zügen, können die Ermittler hoffentlich weitere Details zum Unfallhergang gewinnen.  

Letzte Bilanz

Auf der eingleisigen Strecke waren am 9. Februar 2016 auf der Bahnstrecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim zwei Züge der Privatbahn Meridian frontal zusammengestoßen. Die Regionalzüge waren mit etwa Tempo 100 unterwegs gewesen. Bei dem schweren Zugunglück kamen insgesamt elf Menschen ums Leben, rund 80 weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Aufgrund der Faschingsferien in Bayern waren die Züge nicht vollbesetzt.

Foto: Bayerischer Rundfunk/BR24

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