Knapp zwei Monate ist es nun her, dass die Hells Angels im Zuge einer Zwangsräumung ihr Klubhaus in Hamilton verloren. Grund hierfür war ein Streit zwischen dem Vermieter und der Stadt. Um das Haus zurückzubekommen hatte der Motorradklub bereits eine Klage eingereicht. Diese könnte nun allerdings hinfällig sein, da es gestern Nacht zu einem Großbrand kam. Dabei wirft sich zwangsläufig die Frage auf, ob es sich hier um einen Zufall handelt oder bewusst versucht wurde die Rocker endgültig aus dem Gebäude zu vertreiben.

Rocker verlieren Klubhaus

Am 28. Januar mussten die #Hells Angels in Hamilton ihr Klubhaus an der Ecke Beach Road und Gage Avenue North im Rahmen einer Zwangsräumung verlassen. Die Stadt hatte sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem bekannt wurde, dass der Vermieter Steuerschulden in Höhe von 70.000 Dollar hat. Im Zuge dessen beschuldigte dieser die Hells Angels mit der Miete im Verzug zu sein, was diese bisher abstritten. Dementsprechend haben die Rocker gegen die Zwangsräumung bereits vor einigen Wochen Klage bei der Stadt eingereicht. In der Nachbarschaft sorgte die Posse für Unmut, schließlich sind die Mitglieder des Motorradklubs hier sehr beliebt.

„Ich fühle mich durch ihre Präsenz sicherer und finde sie beschützen den Bezirk. Die meisten Menschen haben Angst vor dem Namen, doch ehrlich gesagt tun die Hells Angels dem Viertel sehr gut. Früher hat man hier an fast jeder Ecke Drogendealer gesehen, doch die Jungs haben hier richtig aufgeräumt und heute ist der Stadtteil sicher. Ich hatte niemals ein Problem mit ihnen.“, sagte Antonietta T., die mit ihrem achtzehn Monate alten Kind direkt neben den Hells Angels gewohnt hat, dem Nachrichtenmagazin CBC. Für Trevor H. sind die Rocker laut CBC sogar „die besten Nachbarn die man sich vorstellen kann.“

Brand im alten Klubhaus der Hells Angels

Die Hoffnungen auf eine Rückkehr der Hells Angels dürften sich gestern allerdings endgültig zerschlagen haben. Aus bisher noch ungeklärten Ursachen ist es nämlich zu einem Brand in dem alten Klubhaus gekommen. Insgesamt zehn Einheiten der Feuerwehr waren im Einsatz, um den Großbrand zu löschen und eine Ausbreitung der Flammen auf die anliegenden Gebäude zu verhindern. Verletzt wurde niemand. Der Schaden beläuft sich auf rund 75.000 Dollar und entspricht damit in etwa den Steuerschulden des Vermieters. Trotz dessen geht die Polizei bisher von einer natürlichen Brandursache und nicht von Versicherungsbetrug aus. Angesichts der Tatsache, dass die Hells Angels in jedem Fall aus dem Viertel vertrieben werden sollten, kann zum jetzigen Zeitpunkt auch ein gezielter Anschlag nicht ausgeschlossen werden. Schließlich haben sich durch den Brand sowohl die Klage als auch eine Rückkehr der der Rocker in Schall und Rauch aufgelöst. Die Ermittlungen in den nächsten Wochen werden hoffentlich Lichts ins Dunkle bringen.