Was haben Mitglieder von Motorradklubs wie den #Hells Angels oder Vereinigungen wie den Fist Fightern mit der Kirche gemein? Beide haben mit Vorurteilen zu kämpfen. Während das Bild der Rocker in erster Linie negativ behaftet ist, hat die Kirche, insbesondere in Europa, seit Jahren mit rückläufigen Mitgliederzahlen und mit einer Abwandlung vieler Menschen vom christlichen Glauben zu kämpfen. Der europäische Ableger der amerikanischen Siebenten-Tags-Adventisten Freikirche, will dieser Entwicklung nun unter anderem durch die Finanzierung eines durch Rocker geführten Projektes Einhalt gebieten.

Kirche finanziert Rocker

Die amerikanische Siebenten-Tags-Adventisten Freikirche will Menschen in Europa durch die Finanzierung von zwölf innovativen Projekten einen anderen Zugang zum Glauben und der Bibel bieten. Auch ein Motorradklub aus einem Vorort der serbischen Stadt Belgrad wird im Rahmen dieses Projektes von der Freikirche finanziell unterstützt.

„Die dortige Gemeinde wird auch von einigen Mitgliedern von Motorradklubs besucht. Diese wollen nun ein Programm speziell für Rocker entwickeln. Motorradfahrer genießen in weiten Teilen der Bevölkerung nicht den besten Ruf und werden häufig als unfreundlich angesehen. Daher haben die Rocker nun beschlossen mit Hilfe der Freikirche zu zeigen, dass sie im Rahmen des Projektes etwas ganz Besonderes auf die Beine zu stellen können.“, so Dr. Daniel Duda von dem europäischen Ableger der Siebenten-Tags-Adventisten gegenüber tedNews.

„Im Allgemeinen suchen wir nach Dingen die bisher noch nicht ausprobiert worden sind.“, so Dr. Duda weiter. „Wir suchen nach Ideen, die im ersten Moment so verrückt klingen, dass kein Mensch sie finanzieren würde, die jedoch gleichzeitig das Potential haben etwas Großes zu bewegen.“ Duda hofft, dass ein erfolgreiches Projekt anderen Menschen als eine Inspiration dienen wird und ist der Überzeugung, dass die Rocker und der Motorradklub einen wirklich positiven Unterschied ausmachen können.

Berichte über Hells Angels, Fist Fighter & Co. verstärken Vorurteile

Doch nicht nur in Serbien haben Rocker einen schweren Stand. Auch hierzulande werden Mitglieder von Motorradklubs sehr kritisch beäugt. Die sehr negative geprägte Berichterstattung über Motorradklubs wie die Hells Angels oder Mongols, sowie der vermittelte Eindruck, dass auch Vereinigungen wie die Osmanen Germania, Fist Fighter oder United Tribuns eine Rockergruppierung darstellen würden, haben dafür gesorgt, dass ein Großteil der Motorradfahrer in der Bevölkerung mit Vorurteile zu kämpfen hat. Obwohl eine Vielzahl der Rocker liebevolle Familienmenschen sind, die einer geregelten Arbeit nachgehen und keinen Eintrag im Führungszeugnis haben, werden diese häufige als schwerkriminell, aggressiv, fremdenfeindlich und gewaltbereit dargestellt. Dass es unter den Rockern auch letztgenannte gibt, steht dabei außer Frage, allerdings gibt es diese in jeder Bevölkerungsschicht und die Wahrscheinlichkeit unter Motorradfahrer auf den beschriebenen Typus zu treffen ist nicht viel höher, als in anderen Bevölkerungsgruppen.

Dass diese Stereotype nicht immer der Wahrheit entsprechen müssen haben zudem sowohl Motorradklubs wie die Hells Angels als auch Vereinigungen wie die Fist Fighter in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt. Insbesondere ein Beispiel der Fist Fighter verdeutlicht dabei die meinungsmachende Wirkung der Medien. Obwohl der Verein viele Menschen mit Migrationshintergrund als Mitglieder hat, wurde er von einer schwäbischen Regionalzeitung bewusst als fremdenfeindlich bezeichnet. Wahrscheinlich wäre die Geschichte ohne diese Schlagzeile und Unterstellung nämlich nicht halb so häufig angeklickt worden. In diesem Sinne bleibt es zu hoffen, dass es den serbischen Rockern mit Hilfe der Freikirche gelingt, dass negativbehaftete öffentliche Bild zumindest in Teilen an die Realität anzupassen.