In Motorradklubs organisierten Rockern könnten schwere Zeiten bevorstehen. Nach der jüngsten Schießerei zwischen den Hells Angels und den Mongols in einem Hotel, wird in den Niederlanden ganz offen über ein Verbot von Motorradklubs diskutiert. Doch der Widerstand scheint nicht nur auf politischer Ebene zu wachsen. Auch in Rockerkreisen wird inzwischen offen darüber diskutiert, ob den sogenannten Outlaw Motorcycle Clubs wie beispielsweise den #Hells Angels, Mongols oder Bandidos nicht der Titel eines Motorradklubs entzogen werden sollte.

Politik prüft Verbot von Motorradklubs wie den Hells Angels oder Mongols

Henk Jan Meijer ist Bürgermeister der niederländischen Stadt Zwolle und Vorsitzender in der Konsultation über ein mögliches Verbot von Motorradklubs. Diese wurde nach den jüngsten Vorfällen zwischen den Hells Angels und den Mongols damit beauftragt, genügend Argumente und Beweise zu sammeln, um ein Verbot der Motorradklubs durchsetzen zu könnten. Dabei äußerte er sich gegenüber dem niederländischen Radiosender BNR, dass ein solches Verbot seiner Meinung nach schon in wenigen Monaten in Kraft treten könne.

„Wir wurden von der Staatsanwaltschaft damit beauftragt ein Verbotsverfahren zu prüfen. Ich denke, dass es eher wenige Monate als ein paar Jahre dauern wird, bis wir die notwendigen Argumente und Beweise gesammelt haben. Die immer exzessiver werdenden Auseinandersetzungen und Vorfälle wie in Rotterdam erleichtern uns da natürlich die Arbeit. Allerdings muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass ein Verbot nicht alle Probleme löst. Wenn etwas illegal ist, verschwindet es meist lediglich in eine Parallelwelt. Nichtsdestotrotz könnte ein Verbot der Polizei die tägliche Arbeit erleichtern und es würde deutlich einfacher werden, gegen Versammlungen der Mitglieder vorzugehen. Als sich kürzlich 900 Mitglieder des Satudarah MC in Raalte getroffen haben, hatte die Polizei kaum Handhabe um dagegen vorzugehen, dies würde sich durch ein Verbot natürlich ändern.“, sagte Meijer unter Anderem in dem Interview.

Inwieweit es jedoch tatsächlich zu einem Verbot kommen wird, bleibt abzuwarten. Schließlich sind solche Diskussionen in den Niederlanden nicht neu. Zudem führen Kritiker berechtigterweise an, dass die Erfahrungen aus anderen Ländern belegen, dass ein Verbot von Motorradklubs wie den Hells Angels kaum zu Veränderungen führt.

Rocker fordern Konsequenzen für Hells Angels und Mongols

Doch nicht nur auf politischer Ebene wird über Konsequenzen für Motorradklubs wie die Hells Angels oder Mongols diskutiert. Inzwischen beginnen sich auch vermehrt Motorradfahrer in den Niederlanden von den Klubs zu distanzieren. Viele Rocker sind es leid, dass Motorradfahrer im Allgemeinen aufgrund der Handlungen einzelner öffentlich an den Pranger gestellt werden. Dementsprechend fordern diese nun, Klubs wie die Hells Angels oder Mongols nicht mehr als Motorradklubs zu bezeichnen. Durch eine in diesem Zusammenhang differenzierte Berichterstattung erhoffen sie sich in erster Line einen Abbau von Vorurteilen.

Allerdings darf auch hier bezweifelt werden, dass ein solches Vorgehen wirklich zu Veränderungen in der öffentlichen Wahrnehmung führen würde. Schließlich hat sich das Bild des bösen und gefährlichen Rockers aufgrund der medialen Berichterstattung der letzten Jahre bereits in den Köpfen der Gesellschaft etabliert. Obwohl es eine Vielzahl an Beispielen gibt, in denen Mitglieder der Hells Angels oder anderer Motorradklubs etwas Positives für die Gesellschaft getan haben, wird die Berichterstattung durch negative Schlagzeilen dominiert. Daher würde eine ausgewogene Berichterstattung über Motorradklubs wahrscheinlich deutlich hilfreicher sein, um Vorurteile gegenüber der Rocker abzubauen, als Klubs wie den Hells Angels oder Mongols den Titel Motorradklub wegzunehmen.