Auch in Baden-Württemberg wütete Sonntagnacht ein Unwetter. Besonders getroffen wurde der Hohenlohekreis. Umgeknickte Bäume und meterhohe Schuttberge machen das Ausmaß der Katastrophe trotzdem nur andeutungsweise klar.

Autos schwimmen wie Spielzeuge über Straßen

Während es an manchen Stellen Deutschlands Sonntagnacht komplett trocken blieb, gingen an anderen Orten unwetterartige Regenfälle herunter, die riesige Schlammlawinen in Gang setzen. Ganze Ortschaften wurden verwüstet, manche Häuser sind unbewohnbar. Solche Bilder kannten wir vor allem von Ländern, die aufgrund ihrer Lage für Wirbelstürme und Sturmfluten anfällig sind. In trauriger Erinnerung sind uns auch die Elbe-Hochwasser der jüngsten Vergangenheit. Nachdem Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen kurz vorher betroffen waren, sorgten jetzt auch in Baden-Württemberg Unwetter für Sturmfluten, für die es kaum Worte gibt.

Braunsbach – ein Trümmerfeld

Der kleine Ort Braunsbach im Hohenlohekreis wurde besonders hart getroffen. Durch Braunsbach fließen drei kleine Bäche, die die meiste Zeit des Jahres für ein idyllisches Ortsbild sorgen. Doch Sonntagnacht gingen derart heftige Regenfälle herunter, dass sich die Gewässer in minutenschnelle zu reißenden Strömen verwandelten und alles mitrissen, was auf ihrem Weg lag. Zurück blieben eine Wüste aus Schutt und Geröll, kaputte Autos und zerstörte Häuser. Tragisch: Bei den Unwettern in Baden-Württemberg kamen vier Menschen ums Leben. Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.

Mit Entschlossenheit versuchen die Bewohner nun aufzuräumen, wo es möglich ist. Doch die Verzweiflung und Hilflosigkeit ist den meisten ins Gesicht geschrieben. Nachdem sich das Wetter am heutigen Montag etwas beruhigt hat, sagt der Wetterdienst für Dienstag erneut Unwetter voraus.

Unaufhaltsame Wassermassen – der Mensch beherrscht die Natur nicht

Die Gewitterlage über Deutschland hält sich ungewöhnlich lange, verursacht durch ein Höhentief über Mitteleuropa. In der Atmosphäre herrscht extrem wenig Dynamik, sodass sich die schwülwarme Waschküchenluft in heftigen Gewittern entlädt. In vielen Städten liefen die Keller voll, standen Straßen komplett unter Wasser. Sturm und Hagel hatten auch erhebliche Auswirkungen auf den Bahnverkehr. Zahlreiche Strecken konnten nur noch mit Ersatzbussen bedient werden. Auch die Audi-Werke in Neckarsulm standen größtenteils unter Wasser, sodass am Montag nicht produziert werden konnte. Doch wer will schon an Autobau denken, während das eigene Haus im Schlamm versinkt.

Finanzielle Unterstützung wird dringend gebraucht

Die Aufräumarbeiten werden noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Nachdem sich der erste Schock bei den Bewohnern gelegt hat, werden die zerstörerischen Ausmaße des Unwetters langsam sichtbar. Gegen solche Unwetter und ihre dramatischen Folgen sind die vermeintlichen großen und kleinen Dramen in der Promiwelt wahrhaftig unbedeutend. Bei einer Naturkatastrophe solchen Ausmaßes sollte das Land schnellstens finanzielle Hilfen zur Verfügung stellen. Glücklicherweise wurde das bereits angekündigt, wenn es auch nicht das ganze Leid lindern kann. Zumindest ist es eine erste Unterstützung.

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Bild: Dr. Bernd Gross - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=26514604 #Versicherung #Angela Merkel #Live-Ticker