Eigentlich studieren Zarah und Max BWL, Maschinenbau und Philosophie. Doch dieses Semester ist alles anders: sie gründen Social-Bee - die erste "Soziale Zeitarbeitsfirma". Social-Bee stellt Geflüchtete bei sich ein, bezahlt sie tarifgebunden und vermittelt sie an Firmen weiter. Dadurch wird das Festanstellungsrisiko minimiert, und es besteht die Hoffnung, dass die Geflüchteten spätestens nach anderthalb Jahren übernommen werden. 

Die Idee dafür kam Zarah Bruhn im Sommer 2015 während ihres Auslandsemesters in Stockholm. Dort hat sie sich bei einer studentischen Initiative für Entrepreneurship mit einer Studentin aus Syrien angefreundet: "Während der Sitzung des Projektteams stand sie plötzlich auf und sagte, dass ihre Schwester bei einem Fluchtversuch festgenommen und inhaftiert wurde", erzählt sie vehement. Das war für die 25-jährige Studentin ein Schock. Sie wollte etwas gegen die soziale Ungerechtigkeit unternehmen! Die Gründung von Social-Bee ist das Ergebnis davon! 

Das Team des jungen Startups besteht aus den beiden Gründern, drei Teilzeitunterstützern sowie einer Sozialpädagogin. 

Neben Zarah und Max Felsner ist auch Sarah Schmitzer von Anfang an dabei. Das Anfangskapital ist durch einen Kredit der Eltern über 25.000 € gestellt worden, der später zurückgezahlt wird. Für die Jungunternehmer ist eine 70-100-Stunden Woche normal. Zarah betrachtet vieles nüchtern. "Früher hatte ich viele Hobbys wie Klettern, Mountainbiken oder Improtheater. Jetzt ist es sogar ungewiss, ob ich mit meinem Freund in den geplanten Urlaub im August fahren kann." 

Sind Facebook-Gründer Mark Zuckerberg oder Unternehmer-Legende Richard Branson ihre Vorbilder

Nein, denn auf Profit kommt es ihnen nicht an, sondern auf das Soziale. Max und Zarah bedienen sich eines unternehmerischen Jargons und klingen fast wie gestandene Manager. "Sehr viel Disziplin, Mut und sehr großen Optimismus muss man schon mitbringen", konstatiert Max. Viele Firmen hatten bislang kaum Kontakt mit geflüchteten Menschen, haben aber Interesse an einer Zusammenarbeit. 

Ein Sprachkurs und die Begleitung durch Sozialpädagogen ergänzen das Angebot, das sich vor allem an Geringqualifizierte richtet.

Zudem besteht die Möglichkeit einer Weiterqualifzierung. Jeder Flüchtling, der eine Arbeitserlaubnis erhält, wird in das Recruiting-Programm aufgenommen. Eine weitere Voraussetzung sind Deutschkenntnisse auf dem Sprachniveau von A2. Seitdem das Integrationsgesetz verabschiedet wurde, sind weitere Hürden für eine Aufnahme in das Programm von Social Bee gefallen. 

Zarah erklärt: "Was den meisten jungen Männern fehlt, ist #Integration. 80% der Geflüchteten landen in der Langzeitarbeitslosigkeit. Wir wollen Geflüchteten eine Perspektive geben in Deutschland."

Social-Bee befindet sich in einer heißen Phase - dem Übergang vom Pilot-Projekt zum echten Startup. Schon vor dem Start hat Social-Bee viel erreicht: Es ist Yooweedoo Preisträger, hat den Generation-D Social Imapact Wettbewerb gewonnen und es hat sich für den Bayerischen Integrationspreis beworben. Momentan darf das junge Startup kostenfrei ein Semester lang einen Büroraum des Entrepreneurship Centers der LMU München nutzen. Bis zum Start am 01. August 2016 sind es nur noch wenige Tage - alles läuft grade auf Hochtouren! Und auch danach muss Social-Bee noch viel Bienenfleiß und Emsigkeit beweisen! #Start-Up #Flüchtlinge