Sie kämpfen seit Jahren gegen den Terror der IS-Miliz und anderer kriegerischen Islamisten in Irak und im Syrienkrieg. Was für eine Schmach für einen sogenannten Heiligen Krieger, von einer solchen Anti-IS-Kriegerin getötet zu werden! Sie retten sich selbst, ihre Kinder und vielleicht auch die Welt. Denn wer den Ansturm der Feinde überleben will, muss fliehen oder selbst kämpfen.

Solche Kämpferinnen sind im Nahen Osten nichts neues

Anfang Oktober 1911 wurde der italienisch-osmanische #Krieg entfacht. Das Ziel: Die Eroberung Libyens als eine Siedlungskolonie für italienische Bauern ohne Grundbesitz, die bisher nach Amerika auswanderten und die Ausdehnung des italienischen Hoheitsgebietes. Die türkischen Divisionen und arabisch-berberische Stämme leisteten unerwartet heftigen Widerstand. Die italienische Marine hatte die Seeherrschaft gesichert und alle wichtigen Küstenorte Tripolitaniens sowie der Cyrenaika wurden schnell durch die Kolonialtruppen eingenommen. Im Landesinneren tobte aber noch lange der erbitterte Kampf.

Die Sanussiya-Ordensgemeinschaften samt ihren Frauen spielten die zentrale Rolle dabei. Die Presse beschrieb dies folgendermassen:

"Was die wilde fanatische Begeisterung der arabischen Krieger in den Sandwüsten von Tripolis und Benghasi bedeutend erhöhe, sei das Mitkämpfen einer großen Zahl von Mädchen der sogenannten Amarijehs und von ganzen Regimenter tapferer, halbnackter Araberknaben.

Nach den Vorschriften des Islams sind die Greise und Kinder in der Not vom Kriegsdienst nicht auszuschließen. In den Lagern befanden sich daher zahlreiche Männer von mehr als 80 Jahren und Knaben von nicht mehr als 8 Jahren. Die Kleinen tragen Flinten, die oft länger sind, als sie selbst. Die Amarijehs oder Anfeuerinnen sind junge Araberschönheiten im Alter von 16 bis 18 Jahren.

Ihr Name stammt von ihrem Beruf: Sie haben die Pflicht, den Mut der Wankenden anzufeuern und die Tapfereren zu ermutigen; sie bringen auch den Erschöpften in den Vorderreihen Wasser, schaffen die Verwundeten ins Lazarett und reißen die Sterbenden vom Schlachtfeld, damit sie nicht in die Hände des Feindes fallen.

Gar manche Amarijeh ließ in der Ausübung ihres Heldinnenberufs ihr Leben. Ein rührender Vorfall ereignete sich jüngst bei einem der Kämpfe unweit von Tripolis. Der Geliebte einer Amarijeh wurde tödlich verwundet. Als das Mädchen sah, daß er dem Tode nicht entrinnen konnte, legte sie sich an seiner Seite nieder. Sie beging nicht Selbstmord, doch als die Feinde kamen, fanden sie das Paar tot und im letzten Todeskuß fest umschlungen auf.“ (Die arabischen Schlachtenjungfrauen, 'Neue Lodzer Zeitung', 2. Mai 1912, Morgenausgabe, S. 1)

Was bedeutet es heute eine Walküre zu sein?

Heutzutage sind die Aufgaben der Frauenbataillonen viel umfangreicher als der „Schlachtenjungfrauen“ von damals. Die Soldatinnen bewachen Regierungs- und Verwaltungseinrichtungen, Straßenkreuzungen usw. Sie haben oft mit Selbstmordattentätern zu tun und müssen auch ihre eigene Militäreinrichtung schützen. Nicht selten kam es vor, dass sie an der Seite der männlichen Soldaten in vorderster Front geschossen und Handgranaten geworfen haben.

Sie haben sich freiwillig zu den Streitkräften gemeldet. Bei den patriotischen Nahost-Familien, egal ob sie christlich, jesidisch oder fortschrittlich-moslemisch sind, wird bis zum letzten Krieger gekämpft. Darunter fallen auch Frauen und Jugendliche. Der Tod einer schönen, unerschrockenen Frau, wird von allen Männern in einem christlichen Dorf oder in einer Sufi-Ordensgemeinschaft beweint, zugleich aber werden die Namen der gefallenen Soldatinnen zum Kampfruf. Das ist der Hauptgrund, warum alle diese drei Armeen auf weibliche Einheiten in ihren Reihen setzen. #Islam #ISIS