Hypnose mag ein Wort sein, dem wir zwar nicht unbedingt ständig im Alltag begegnen, doch können wir uns alle ein grobes Bild davon machen, um was es geht. Der Hypnotiseur bringt seinen Freiwilligen in einen Trancezustand, woraufhin der aktive Part seines Bewusstseins „wegdämmert“ und die Möglichkeit besteht, direkt mit dem Unterbewusstsein des Betreffenden zu kommunizieren. Von Straßen- und Showhypnotiseuren kann man glauben, was man möchte, aber Hypnose als solche ist in der Psychotherapie und Bewusstseinsforschung eine gängige Behandlungsmöglichkeit und hinlänglich anerkannt. Die Möglichkeiten dieser Technik sind gemeinhin bekannt und vielfältig. Durch Hypnose kann man ein unterbewusstes Verlangen erschaffen oder dämpfen, wie z.B. in der Suchttherapie. Man kann eine ungeheure Körperspannung einleiten und auflösen, verdrängte Erinnerungen ans Tageslicht befördern, oder Dinge in die Vergessenheit rücken, den Herzschlag und die Verdauung beschleunigen oder verlangsamen. Man kann Gefühle abrufen und Illusionen erschaffen.

Hypnose erzeugt einen Trancezustand, der - je nach seiner Tiefe - einen unterschiedlich starken Zugang zum Unterbewusstsein öffnet. Unter dem Wort „Unterbewusstsein“ wollen wir praktikabler Weise den Bereich unseres Selbst bezeichnen, der sich unserer aktiven Wahrnehmung entzieht. Dieses Unterbewusstsein beeinflusst viele passive Prozesse im Körper. Die Verdauung beispielsweise, aber eben auch Prozesse der Wahrnehmung, wie Riechen, Hören, die Motorik und das Wärmeempfinden, um nur ein paar zu nennen. Lässt man jemanden in einer tiefen, hypnotischen Trance salzige Chips essen und suggeriert ihm dabei, es handle sich um einen saftigen Pfirsich, werden seine Sinne ihn all das wahrnehmen lassen, was einen saftigen Pfirsich ausmacht. Sein Tastsinn, der Geruchs und Geschmackssinn und sogar das Gehör entschlüsseln nicht die tatsächliche Wirklichkeit, sondern sie entschlüsseln mit der Software, mit der man sie programmiert hat. Sie erschaffen das Gefühl, den Pfirsich in der Hand zu halten, den Geruch beim ersten Hineinbeißen, den Geschmack, das Kauen. Einfach weil das Programm Pfirsich in uns gespeichert ist.

Durch eine Umprogrammierung der Wahrnehmung „vertauschen“ wir die übliche, menschliche Reaktion auf das Informationsfeld Chip mit einer Information aus unserem eigenen Speicher. Suggeriert man jemandem Hitze, so fängt dieser real an zu schwitzen. Suggeriert man ihm Berührung, so wird er diese fühlen. Die Beispiele und Belege für diese Behauptungen können entweder durch eine kurze Netzrecherche, oder im Gespräch mit einem Hypnosetherapeuten oder Psychiater Ihrer Wahl geliefert werden. In unserem Unterbewusstsein scheint es also eine Art Schaltzentale unserer Wahrnehmung zu geben. Die Software dieses Entschlüsselungsprozesses sozusagen. Wenn wir nun direkten Zugang zu dem Unterbewusstsein eines Menschen hätten, dann wären wir in der Lage, den Entschlüsselungsprozess zu manipulieren. Ob Geschmack oder Geruch, Wärmeempfinden oder motorische Fähigkeiten. Die Möglichkeiten wären endlos. Der unter Grenzwissenschaftlern berühmt gewordene Forscher Michael Talbot geht in seinem Buch "the holographic universe" sogar noch einen Schritt weiter. Er berichtet von einer Begebenheit aus eigener Erfahrung. Bevor wir in seine Erzählung abtauchen, nehmen wir noch rasch etwas von unserem Notfall-Proviant. Möglichkeiten, die sich zeigen, sind auf unserer Reise nicht da, um geglaubt zu werden, sondern einfach, um für möglich gehalten zu werden.

 

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