Wir können berechnen, dass es zu 99,9 % aus leerem Raum besteht (Grafik). Aber könnte man durch diesen einfach hindurchsehen? Durch leeren Raum kann man normalerweise recht gut hindurchsehen…nur rasen (oder schwingen) die Elektronen, deren tatsächliche Größe zwar nur einen winzigen Bruchteil des Atoms ausmacht, so schnell, dass sie uns vielleicht die Sicht hindurch versperren würden, als würde man durch einen Schleier hindurchsehen. Das physikalische Bild von einem Atom beruht auf mathematischen Berechnungen. Wir können uns also nur ausrechnen, wie die Welt der Atome aussehen könnte. Selbst die modernsten Mikroskope sind darauf angewiesen, elektromagnetische Information auf eine uns verständliche (mathematische und letztlich bildliche) Art und Weise zu übersetzen, da man in dieser Größenordnung längst nicht mehr mit optischem (sichtbarem) Licht arbeiten kann. Die Arbeitsgruppe von Professor Jürgen Eschner von der Universität Saarbrücken forscht seit vielen Jahren in der experimentellen Kern-und Quantenphysik . Anlässlich zum Jahr des Lichts 2015, hielt er einen Vortrag, bei dem er ein Bild eines Atoms vorstellte, das er und seine Arbeitsgruppe mittels einer äußerst komplexen mikroskopischen Vorrichtung errechnet hatten. Er wollte die Frage diskutieren, ob und wie viel Bedeutung man der Interpretation einer Interpretation des Mikroskops beimessen solle. Die Kernfrage des Vortrags lautet im O-Ton: Was "sieht" man auf solchen Bildern? Darf man aus dem Gesehenen schließen, dass es Atome gibt?

Unter den anwesenden Professoren konnte an diesem Abend natürlich keine Einigkeit erzielt werden. Wie auch? Allein das Wort „sehen“ macht in dieser Größenordnung keinen Sinn mehr, denn sichtbares Licht ist etwa 1000-mal langwelliger, als es sein dürfte, um mit etwas in dieser Größenordnung zu interagieren. Wir können zwar den Impuls (nämlich Masse, Geschwindigkeit und Richtung) sowie die Ladung eines „Teilchens“ bestimmen, seine Wechselwirkung mit sehr kurzwelligem Licht (im radioaktiven Bereich (Grafik) und seine Reaktion auf andere „Teilchen“(andere elektromagnetische Informationsfelder) messen. Das ist dann allerdings auch alles. Allein das Wort „Teilchen“ oder „Atom“ ist ein Hilfsbegriff, der in der griechischen Antike geprägt wurde (átomos‚ unteilbar) und spätestens seit dem Aufkommen der Kernphysik (Stichwort Kernspaltung) eine wissenschaftlich völlig unhaltbare Bezeichnung ist. Der Impuls und die Wechselwirkung mit Licht dieser sogenannten „Teilchen“, werden im quantentheoretischen Kontext noch einen (wirklich) phantastischen Teil zu unserem Universum der Möglichkeiten beitragen, doch das würde uns im Moment zu weit von hier wegführen. Nehmen wir Toms Erfahrung nun als Indiz oder als Metapher, um die Welt der Möglichkeiten zu beschreiben, die vor uns liegt. Es ist zunächst unglaublich wertvoll für uns als Menschen zu begreifen, dass wir die physikalisch-biologischen Schöpfer all der Bilder sind, die wir sehen. Verlören wir die Fähigkeit, die Dinge auf unsere Weise zu entschlüsseln, könnte uns niemand in aller Klarheit sagen, was dann von unserer Welt übrigbleiben würde. Unsere Wahrnehmung erschafft den Blick über das weite Tal und den saftigen Pfirsich. In uns leben diese Dinge, denn außerhalb unserer Wahrnehmung gibt es sie in der Form nicht. Die Theorie, dass alles aus Teilchen im Sinne von kleinen Kugeln besteht, ist eine pure Fehldeutung der Begrifflichkeit. Das Entschlüsselungsprogramm „Mensch“ ist der Schöpfer der physischen Welt. Unserer Welt. Eine Welt, die viele Tiere und Pflanzen zum Teil sicherlich ähnlich, zum Teil auch völlig anders entschlüsseln. Jeder einzelne von uns ist aktiver Schöpfer unserer menschlichen Welt, einfach indem er die Erfahrung macht „Mensch zu sein“.

 

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