Es sind Szenen wie aus einem Horrorfilm, die den Minskern noch lange in Erinnerung bleiben werden.

„Ein Mann ist ins Einkaufszentrum gekommen. In der Hand hielt er eine eingeschaltete Kettensäge. Vermutlich ein Psychopath. Er hat die nächstbeste Person überfallen und ihr den Kopf abgesägt. Es war eine Verkäuferin“, twitterte ein Augenzeuge. „Passanten haben ihn sogleich überwältigt, zu Boden gebracht und auf ihn eingeschlagen bis die Polizei kam“.

Andere twitterten: „Eine Verkäuferin wurde umgebracht. Sie wollte das Gitterfenster vor dem Laden schließen. Dann wurde sie vom Angreifer an den Haaren gepackt und zersägt … Ihr hättet hören sollen, wie die Kinder geschrien haben!“

Ein Ladenbesitzer im Einkaufszentrum beschrieb den Täter für das Webportal "Onliner": Er hatte eine Riesenaxt – allein der Griff war 1,5 Meter lang. Der Mann war wie ein Clown gekleidet: ein neongrüner Umhang, eine Sturmhaube, die Hälfte des Gesichts mit einer Skibrille verdeckt und obendrauf Riesenkopfhörer.“

„Als ich aus der Toilette herauskam, habe ich panische Menschen gesehen. Mitten durch die Halle rannte ein Mann mit einer Axt und einer Pfefferspraydose“, erählte einer der Mitarbeiter des Einkaufszentrums dem Webportal Tut.by. Männer aus anderen Läden haben ihn mit Stühlen und Mülleimern beworfen, so der Augenzeuge, der sich Alexander nennt. „Dann habe ich gemerkt, dass er die Treppe herunter zum Ausgang will. Mit der Rolltreppe war ich schneller unten, habe auf ihn einige Male eingeschlagen und ihn überwältigt.“

Fast in allen Meldungen war zunächst von zwei Angreifern die Rede, die jeweils mit einer Kettensäge und mit einer Axt unterwegs gewesen sein sollen. Beide sollen zudem Masken getragen und zufällige Passanten überfallen haben. Später stellte sich jedoch heraus, dass der Angreifer allein handelte.

„Der Mann trug eine Kettensäge und eine Axt im Gitarrenkoffer“, sagte die Pressesprecherin des weißrussischen Untersuchungsausschusses Julia Gontscharowa. „Das Opfer – eine junge Frau – erlitt starke körperliche Verletzungen, sodass sie noch vor Ort verstorben ist. Eine weitere Frau sei ebenfalls verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden.“ Die Gerüchte über einen abgesägten Kopf haben sich nicht bestätigt.

Der Täter – ein 17-jähriger Weißrusse – wurde verhaftet. Zunächst hat die Polizei zwei Männer in Gewahrsam genommen. Einer von ihnen war völlig blutüberströmt, weil er – wie es sich später herausstellte – der verletzten Frau helfen wollte. Laut Nachrichtenagentur "BelTA" stufen die Mediziner deren Verletzungen als mittelschwer ein.

Noch am Tatort fasste der Leiter des Städtischen Amtes für Innere Angelegenheiten Alexander Barsukow die Chronologie der Bluttat zusammen: „Samstagabend um 17:27 hat der 17-jährige Minsker das Einkaufszentrum 'Europa' durch einen Seiteneingang betreten. Der junge Mann war gewöhnlich gekleidet, ruhig und unauffälig.“ Er habe einen Gitarrenkoffer mitgeführt. Eine Minute später habe er sich umgezogen, die Kettensäge eingeschaltet und sei damit auf eine Frau losgegangen, die schließlich ihren Veletzungen erlag, so Barsukow. „Danach zuckte er eine Axt und überfiel eine andere Frau, die trotz Verletzungen fliehen konnte. Weiterhin hat der Angreifer andere Menschen bedroht.“ Der Notruf sei bei der Polizei um 17:34 eingegangen und nach vier Minuten wurde der Täter verhaftet.

Im Verhör hat der Amokläufer gestanden, dass er zuvor Wodka konsumiert habe, „um sich Mut anzutrinken“. Seine Tat habe er so erklärt: „Ich wollte Menschen zerhacken.“ Er habe sich von den Menschenmassen genervt gefüllt, Wut empfunden – auf sich und „einfach auf alles“.

Die zuständige Untersuchungskomission hat ein Verfahren wegen Mordes eingeleitet. In Weiß#Russland droht dem Täter lebenslänglich. Wäre der Täter nicht minderjährig, könnte in seinem Fall sogar die Todesstrafe verhängt werden. #amoklauf #Minsk