Vergangenen Freitag ist das Klimaabkommen von Paris in Kraft getreten. Das Ziel ist, den CO₂-Ausstoß in den kommenden Jahrzehnten drastisch zu reduzieren und so die #Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen. Als eine Auswirkung des Klimawandels sehen Forscher den Rückgang der #Gletscher.

Der Südtiroler #Extrembergsteiger Hans Kammerlander war, die erste (heimliche) 3.000er-Besteigung als Achtjähriger mitgerechnet, knapp 50 Jahre lang auf den Gipfeln der Welt unterwegs. Unter anderem gelang ihm gemeinsam mit Reinhold Messner die Doppelüberquerung zweier Achttausender. Aus dem internationalen Extrem-Alpinismus hat er sich inzwischen zurückgezogen. Das Bild, das Wissenschaft und Politik über die Gletscherschmelze zeichnen, teilt er aber nicht. Zumindest was Mitteleuropa betrifft.

„Gletscher früher kleiner“

„Das ist schon richtig, dass die Gletscher global gesehen zurück gehen.“, sagt Kammerlander, wendet  aber ein: „Ich habe beobachtet, dass der Rückgang der Gletscher bei uns in Mitteleuropa stehengeblieben ist, sie sind sogar wieder größer geworden.“ Das liege an den strengen alpinen Wintern der vergangenen Jahre, weiß der Bergsteiger. Er habe alte Gemälde von Österreichs höchstem Berg, dem Großglockner, gesehen, auf denen der Gletscher noch viel kleiner zu sehen sei, als er jetzt ist. „Das zeigt, dass es immer schon Klimaschwankungen gegeben hat.“, leitet der 60-Jährige aus diesem Phänomen ab.

„Indiz ist Baumgrenze“

Als weiteres Indiz für seine Theorie sieht Kammerlander die Verschiebung der Baumgrenze: „In der Nähe einer Schutzhütte bei uns in Südtirol stehen uralte Baumstümpfe, die belegen, dass die Waldgrenze vor einigen hundert Jahren viel höher war als heute.“ Was bedeuten würde, dass es zur damaligen Zeit wärmer war.

Felsstürze in den Alpen werden ebenfalls dem Klimawandel zugeschrieben. Auch dazu hat Kammerlander seine Meinung: „Sobald in den Dolomiten Felsen runter kommen, sind sofort Experten mit Hubschraubern vor Ort und wenn man die reden hört, glaubt man, dass morgen die Welt untergeht.“ Die Wiesen unterhalb der Wände seien aber voll von Felsbrocken, die nicht erst seit gestern daliegen, weiß der Südtiroler. Früher habe man halt nicht so ein Aufsehen über derartige Ereignisse gemacht. Das genaue Hinsehen und die Aufzeichnungen der Wissenschaftler mache den Menschen Angst. „Man soll aber trotzdem auf die Umwelt aufpassen, das ist mir ein großes Anliegen.“, so Kammerlander.