Die Tage werden kürzer. Die Temperaturen sinken. Trotzdem zeigt die Natur ihr farbenprächtigstes Kleid. Gelb, Orange, Braun und Rot. Warme Farben erobern die Sinne, erfreuen unsere Seele, wärmen unser Herz. Die Betriebsamkeit weicht der Beschaulichkeit, öffnet alle Sinne. Farben erhellen uns mehr und mehr. Ziehen uns in ihren Bann, erfreuen uns.

Die bewusste Langsamkeit erhält Einzug: Zeit zur inneren Besinnung, Rückzug in sich selbst. Das bewusste Hineinspüren ist noch präsenter. Der Weg zu unserem Herzen, zur eigenen Herzensliebe weit geöffnet. Nie sind wir empfänglicher als jetzt.

Wie keine andere Jahreszeit steht der Herbst für das Ying und Yang des Lebens. Loslassen und Verabschieden auf der einen Seite - Ausgedrückt im Verlust des Laubkleides der Bäume, um freudig den Neuanfang zu begrüßen: Überwinden des Schmerzes, abgeben, verarbeiten.

In der Orientierung an der Natur präsentiert sich uns die Weisheit des Lebens. Das Leben ist steter Wandel. Häufig in der Blüte der Situation gilt es Abschied zu nehmen. Loslassen, um aus der Verabschiedung die Freude am Neuen zu wecken. Die Angst der Enge gegen die Neugier und Lust am Entstehen zu tauschen. Diese neue Sicht auf das Leben öffnet unseren Horizont, weist uns Schritt um Schritt den Weg zur inneren Ruhe, zur Gelassenheit, zu uns selbst.

#innere Freiheit ist der Dünger der Gelassenheit. Gelassenheit der Trieb, die Umbeherrschbarkeit zu akzeptieren. Die Akzeptanz der Unbeherrschbarkeit die Blüte des Genusses des Augenblickes.

Erst wenn der Mut zum Verbleib im Augenblick, ohne Anstrengung und Bemühen uns leitet, wenn das Undenkbare uns nicht mehr erschüttert, ist der Weg zur eigenen Mitte begonnen. Der sanfte Hauch der Selbstannahme umspielt uns, tanzt freudig mit unserer Seele, unseren Sinnen und unserem Herzen.

Die Freude am Leben ist die Nahrung unseres Herzens. Aus dieser Quelle der Herzensnährung ist die innere Balance für den Umgang mit schweren Momenten erschlossen.

Das Ding begrüßt liebevoll das Yang.

Oliver Luser - Zenlehrer #Zen #innere Besinnung