Sven Lüdecke, 39 Jahre alt, arbeitet als Fotograf bei einer Hotelkette. In seiner Freizeit baut und bastelt er gern. Angeregt durch einen Fernsehbericht über einen Mann in New York, der 400 "Wohnkisten" für #Obdachlose aus Sperrmüll gezimmert hat, wollte er sein Hobby ebenfalls zu etwas Gutem verwenden und machte es ihm nach.

Rollhäuser für Obdachlose

Seine "Rollhäuser", die er an Kölner Obdachlose verschenkt, sind 2,40 Meter lang, 1,60 Meter hoch und 1,40 Meter breit. Sie sind individuell gestaltet, je nachdem, welches Material er gerade zur Verfügung hat. Standard ist jedoch eine Matratze, Teppich, Fenster und ein Tischchen. 

Wie in New York, sind seine Boxen aus Abfall, #Spenden oder billigen Materialien hergestellt. Europaletten als Boden, imprägniertes Pressholz als wasserdichte Wände, Dachpappe und Rollen aus dem Baumarkt. Um eine solche Unterkunft zu zimmern, braucht Lüdecke etwa eine Woche. 

Ende September hat Lüdecke sein erstes Häuschen übergeben. Nun will er etwa alle zwei Monate eine Box bauen und verschenken. Um dies verwirklichen zu können, freut er sich über jede Hilfe und Materialspenden. Bisher unterstützt ihn die Hotelkette Centro mit Matratzen, Möbeln und Teppichen. Ein Messebauer spendete Holz und die Kölnmesse stellte zwei Plätze für die "Flexhomes" zur Verfügung. Trotzdem zahlte der Hobbybastler und Obdachlosenhelfer rund 1000 Euro aus eigener Tasche, um sein Projekt verwirklichen zu können. Nicht alles, was er braucht ist auf dem Sperrmüll zu finden: Farbe, Katzenaugen, Lkw/Abschleppwagen mit Hebebühne und Fahrer für 2 Stunden, etc. 

Kritische Stimmen und Hindernisse

Doch gibt es auch kritische Stimmen gegen sein Projekt. Die Stadtsprecherin Kölns, Inge Schürmann, ist der Meinung, dass Lüdecke sich mit dieser Aktion nur inszenieren und Geld verdienen wolle. Außerdem, meint sie, seien die "Flexihomes" eine menschenunwürdige Unterbringung und für das Stadtbild undenkbar. 

Rainer Straub, stellvertretender Leiter der Bauaufsicht, steht mehr auf Lüdeckes Seite. Eigentlich müssten die Flexihomes Wärmeschutz-, Brandschutz-, Schallschutz und andere Vorgaben erfüllen, doch könne man dies in einem persönlichen Gespräch klären und müsse sie nicht direkt verbieten.

Bereits lange Warteliste für ein Flexihome

Im Gegensatz zur Kölner Stadtsprecherin Schürmann finden viele Obdachlose die Flexihomes alles andere als menschenunwürdig sondern im Gegenteil als begehrenswert. Die Namen von rund einem Dutzend Interessierter hat der Hobbybastler schon auf seiner Warteliste, die sein Angebot gern annehmen würden.

Weitere Hilfsorganisationen

Nicht nur Lüdecke hilft den Obdachlosen sondern auch viele andere Initiativen. Die Hillsong Church Konstanz plant eine Veranstaltung für Obdachlose und bedürftige Familien und möchte ihnen Geschenke machen. Dazu bittet Sie um Sach- oder Geldspenden (Kontakt: Telefon 07531-3616177, E-Mail: info@hillsong.de)

 Das Bündnis Deutscher Patrioten hilft schon länger Obdachlosen und braucht dafür ebenfalls Spenden.

#Hilfsprojekte