Viele kannten seine Songtexte auswendig

In Montreal wehen nun die Flaggen auf Halbmast

Sein Label Sony Music Canada teilte per Kurznachrichtendienst Twitter mit.

"Mit tiefem Schmerz teilen wir mit, dass der legendäre Dichter, Songschreiber und Künstler Leonard Cohen gestorben ist", hieß es auch auf seiner Facebook-Seite. "Wir haben einen der verehrtesten und produktivsten Visionär verloren."

Nun ist also eine weitere große Stimme verstummt, die auch etwas zu sagen hatte.

Mit 82 Jahren hat er ein schönes Alter erreicht. An was er gestorben ist, weiß man noch nicht, obwohl er andeutete, er "sei zum Sterben bereit".

Wie der Name COHEN schon zeigt, wurde er 1934 als Sohn jüdischer Eltern geboren. Gestorben ist er am 7. November 2016.

Eigentlich zog es ihn mehr zu Literatur hin. Sein Gedichtband mit dem Titel Let Us Compare Mythologies, erschien 1956, noch vor seinem Universitätsabschluss. Hier zeichneten sich bereits Hauptthemen ab, die er später in seinen Liedertexten verarbeitete.

Mit seinen Büchern konnte er Reisen durch Europa finanzieren und er ließ sich zeitweise in Griechenland nieder. 1967 ging er nach USA, wo bekannte Künstler bereits mit seinen Songtexten Erfolge hatten. Über seine Beziehungen zu #Janis Joplin und #Joni Mitchell wurde viel spekuliert.

Eigentlich wollte Cohen mit der Musik nur Geld verdienen, um sich der Literatur widmen zu können. Er zog sich in das Mount Baldy Zen Center in den Bergen in 2000 Metern Höhe nahe Los Angeles zurück, wo er 1996 unter dem Namen Jikan (der Stille) zum Mönch ordinierte.

Unerwartet kehrte er jedoch 2001 zur Musik zurück und brachte mit seiner ehemaligen Backgroundsängerin und spätere Lebensgefährtin Anjani erfolgreiche Alben heraus. Leider wurde er von seiner Managerin Kelley Lynch um fast sein gesamtes Vermögen betrogen, das auch nach einer erfolgreichen Klage verschwunden blieb. Dieses Schicksal teilt er ja mit einigen Künstlern.

In Deutschland sind intellektuelle Künstler bei der breiten Öffentlihkeit nicht der ganz große Wurf, er kam deshalb auch nur 1974 mit Lover Lover Lover in die deutschen Top-Ten-Hits. Am 10. März 2008 wurde #Leonard Cohen in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen, schließlich hat er weltweit über sechs Millionen Tonträger verkauft.

Wolfgang Niedecken übertrug 1988 First We Take Manhattan auf Kölsch und NIRVANA sangen: „Give Me A Leonard Cohen Afterworld“.

Seine Stimme ist nun für immer verstummt. Wer seine Musik trotzdem noch einmal "handgemacht" live hören möchte, der sollte ein Konzert von THE LEONARD-COHEN-PROJECT besuchen. Die Musiker Manuel Dempfle (Gitarre, Gesang), Jürgen Gutmann (Gitarre, Gesang) und Thomas Schmolz (Gitarre) spielen vor allem die frühen Cohen-Lieder, die noch ohne große orchestrale Begleitung maßgeblich von der markanten Stimme und der Gitarrenbegleitung Cohens geprägt sind. Ein Konzert des Leonard-Cohen-Projects ist bestes Entertainment und "von Hand gemacht". Denn die drei Gitarristen spielen ohne technische Manipulationen. Dennoch - oder gerade deshalb - klingen die Lieder wie "Suzanne", "Famous Blue Raincoat", "Bird on the Wire", "So long, Marianne" ... absolut glaubwürdig und überzeugend - echt und doch ganz anders.

R.I.P. Leonard Cohen.