Im Gespräch mit Blasting.News hat der protestantische Theologe Richard Günther (76) einen guten Rat für alle Menschen, die Skrupel haben, Geld für Böller auszugeben oder angesichts des Leides in der Welt zu feiern.

Blasting.News: Was halten Sie von der Idee, statt Raketen und Böller zu kaufen das Geld den Notleidenden zu spenden?

Günther: Unfug, Gerede wie auf den modernen Kirchentagen. Jetzt einmal ganz nüchtern. Was kosten so ein paar Feuerwerke? Zehn Euro? Zwanzig? Meinen Sie ernsthaft, damit könnten Sie die Welt retten?

Blasting.News: Manche rufen dazu auf.

Günther: Ich weiß und ich ärgere mich darüber seit ich es weiß.

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Viele rufen zu vielem auf, meist zu dummem Zeug. Hat der Messias etwa auf das Feiern verzichtet, nur weil um ihn herum alle arm waren und das biblische Israel in Not? Jesus Christus hat sogar vor seiner Kreuzigung noch ein Festmahl veranstaltet! Das letzte Abendmahl sollte Ihnen doch hoffentlich ein Begriff sein.

Blasting.News: In der Summe wird in der Silvesternacht doch schon sehr viel Geld verballert?

Günther: In Schuhgeschäften, bei Urlaubsreisen und in der Kneipe auch. Wer ruft dort nach Verzicht? Wissen Sie, mich besorgt die Haltung hinter der edlen Forderung, zu spenden statt #Feuerwerk zu kaufen. Es geht hier um ein Kulturgut. Keineswegs, bei weitem nicht, wird in anderen Ländern auf diese Weise #Silvester gefeiert. Da mögen alte, archaische Gedanken einfließen, "böse Geister" mit viel Bummbumm zu vertreiben etwa.

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Aber, und das ist der Kern, es ist Teil der deutschen Kultur. Viel zu viel davon wird seit einiger Zeit aufgegeben oder zur Disposition gestellt. Das macht mir Sorge.

Blasting.News: Kann man nicht böllern und spenden? Weil die Spendenidee ist doch eine schöne, Feuerwerk allerdings ebenso.

Günther: Natürlich. Sie können eine Regenjacke kaufen und danach spenden. Dieses Alternativlose, das ist ungesund. Mich stören diese Verkopplungen von Dingen, die nichts miteinander zu tun haben. Große Konzerne, die Politik, viele andere ruinieren die Schöpfung Gottes und in Deutschland soll man an Silvester auf einen Akt der Freude verzichten? Ich sehe hier keinen Zusammenhang außer man leidet an Größenwahn.

Blasting.News: Größenwahn?

Günther: Haben Sie ein besseres Wort dafür, wenn jemand glaubt, sein Verzicht auf Feuerwerk würde die Welt retten? Das ist doch schon etwas sehr groß gedacht. Nicht wahr?

Blasting.News: Wie feiern Sie persönlich eigentlich Silvester?

Günther: Ich gehe in die Kirche, stoße mit meiner Frau um Mitternacht an und gehe dann zu Bett. Wissend, dass die Jugend mit ihren Böllern all das Böse schon vertreiben wird.

Blasting.News: Sind Sie etwa selbst abergläubisch?

Günther: Ach was, aber schaden tut's ja keinem.

Blasting.News: Dann wünschen wir Ihnen mal guten Rutsch!

Günther: Ihnen ebenso und Gottes Segen! #Armut