The Satanic Temple (TST) wurde 2014 gegründet. Er hat seinen Sitz in Salem, Massachusetts und inzwischen einige Ortsverbände. Für dieses Schuljahr beschloss die Organisation, Grundschulkinder in einem Nachmittagsprogramm für ihre neu geschaffene Glaubensgemeinschaft zu begeistern. Christliche Verbände und Eltern wollten dies unterbinden, doch urteilte der Oberste Gerichtshof Amerikas, dass dies den Tatbestand der Diskriminierung einer Religionsgemeinschaft erfüllen würde und verpflichtete Schulen dazu, geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Promo-Video des TST-Schulprogramms

Keine Anbetung Satans

The Satanic Temple glaubt, ihren Aussagen nach, nicht an einen übernatürlichen #Satan, denn das würde nur Aberglauben erzeugen und damit gegen ihre eigentlichen Grundsätze verstoßen, sich nach den besten, derzeit bekannten wissenschaftlichen Erkenntnissen auszurichten.

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Sie wollen an die Schulen, um Kindern das kritische Argumentieren und unabhängige Denken beizubringen und sie zu Freidenkern zu machen. Damit wollen sie ein Gegenprogramm zu den christlichen Aktivitäten bieten, die Kinder mit dem Evangelium indoktrinierten und ihnen Angst vor Gott und der Hölle einpflanzten.

Satan als Symbol des "ewigen Rebellen"

Satan soll dabei nur als Symbol des "ewigen Rebellen" gegen willkürliche Autorität und soziale Normen dienen. Als Symbol dafür, alles in Frage zu stellen, neugierig und skeptisch zu sein sowie persönlich frei und unabhängig, sprich wie Goethe ihn in seinem Werk Faust sich mit den Worten selbst beschreiben ließ: "Ich bin der Geist, der stets verneint....So ist denn alles, was ihr Sünde, Zerstörung, kurz, das Böse nennt, mein eigentliches Element." #Schule #Religion

Die "Gebote" der TST

  1. Jeder soll sich bemühen, Barmherzigkeit und Empathie gegenüber allen Lebewesen walten zu lassen aber in vernüftigem Rahmen
  2. Der Kampf um Gerechtigkeit ist eine ewig währende Notwendigkeit und wichtiger als Gesetze und Institutionen
  3. Der Körper ist unantastbar und unterliegt allein dem eigenen Willen
  4. Die Freiheit der Anderen muss respektiert werden, auch die Freiheit, zu beleidigen. Wer dieses Recht Anderen nicht zugesteht, verliert es selbst
  5. Glaubensgrundsätze müssen mit der Wissenschaft überein stimmen. Es dürfen niemals wissenschaftliche Erkenntnisse den Glaubensgrundsätzen angepasst werden.
  6. Kein Mensch ist unfehlbar. Wenn ein Fehler gemacht wurde, sollte jeder ihn nach seinem besten Vermögen korrigieren und entstandenen Schaden wieder gut machen
  7. Jedes Gebot ist ein Leitprinzip, um würdevoll in Gedanken und Taten zu sein. Der Geist der Barmherzigkeit, Weisheit und Gerechtigkeit ist jedoch stets wichtiger als das geschriebene oder gesprochene Wort