Was sind die "Brights"? Ich sprach dazu mit dem ehemaligen sowjetischen Funktionär Dmitri Aslanov (83). Er forschte in der UdSSR zu Einflussgruppen. Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2 des Gespräches mit ihm.

Sergej: Sie sehen also die Brights als echte Gefahr. Zwei Fragen drängen sich aber doch auf. Ich würde gerne verstehen, wer personell dahinter steht und außerdem irritiert mich, dass die Brights eine relativ neue Gruppe sind. Wie konnten diese so schnell so bedeutsam werden, wie Sie es darstellen?

Dmitri: Beide Fragen hängen zusammen und sind nur verbunden zu verstehen, als Ereigniskomplex. Nach offizieller Lesart wurden die Brights von Paul Geisert, Mynga Futrell und anderen fundamentalistischen Naturalisten 2003 auf einem Treffen der internationalen "Atheist Alliance" erweckt.

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Radikale Atheisten wie Richard Dawkins waren wie elektrisiert und sprangen auf den Zug auf. Letztendlich ist der Name Brights somit angeblich neu, doch die geistig-moralischen Grundlagen dieser Bande sind ebenso nicht neu wie deren weltweites Netzwerk. Mal nannten sie sich "Humanisten", dann wieder "Atheisten", "Rationalisten", sie wechseln ihre Namen mit der Mode.

Sergej: Atheist zu sein, ist aber doch nichts Nachteiliges?

Dmitri: Kein Glaube, auch nicht der Atheistische ist gesund, wenn er fundametalistisch wird. Dass die Brights ein Netzwerk fundamentalistischer Atheisten sind, steht außer jeder Frage. Sie wollen den Menschen nicht überzeugen, sie greifen in sektenartiger Weise Andersdenkende an. Wir hatten damals schon in der DDR Probleme mit diesem unseligen Otto #Prokop, der auf den Zug des Leninismus aufsprang, um sein naturalistisches Weltbild, ich sagte es, mit der Hilfe nicht ganz heller deutscher Genossen in der DDR und der BRD zu verbreiten.

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Eine furchtbare Figur dieser Mann, ganz sicher kein aufrechter Kommunist!

Sergej: Dieser Prokop scheint sie richtig rasend zu machen. Ich verstehe, dass sie sein Vorgehen nicht gutheißen, aber die Eindämmung von Religiosität hätte doch in Ihrem Sinne sein müssen als Kommunist?

Dmitri: Wir waren gegen jeden Glauben, gegen jedes Opium des Geistes. Wenn man aber den Atheismus nur weit genug treibt, dann wird er selbst zum Glauben, zur Ersatzreligion. Das war bei diesem Prokop so, das ist bei den Brights so. Es ist deswegen kein Zufall, dass so mancher Bright dem Satanismus anhängt.

Sergej: Wie bitte?

Dmitri: Wieso so erstaunt, Junge?

Sergej: Weil es, na es klingt einfach, bei allem Respekt, sehr unglaubwürdig.

Dmitri: Schon als sich diese radikalen Atheisten und fundamentalistischen Naturalisten noch nicht Brights nannten, haben viele von ihnen freundliche Worte für den Satanismus gefunden.

Sergej: Das kann ich nicht glauben!

Dmitri: Dann recherchiere! Es ist die einzige spirituelle Praxis, für die jene Menschen milde Worte finden, beschwichtigende Worte, sogar entschuldigende.

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Sergej: Ok, das kann ich nicht glauben, ohne es zu prüfen. Aber gehen wir einmal davon aus, dass Ihre Aussage stimmt. Dann ergibt das trotzdem keinen Sinn.

Dmitri: Es ist sogar geradezu zwingend. Der Mensch hat ein Bestreben sich in eine höhere Ordnung eingebettet zu sehen. Es gibt eine Variante des Satanismus, die den Menschen und sein Ego als Götzen und zentrale Gottheit hat. Hier haben wir eine ideale Anschlussfähigkeit an ein fundamentalistisch übertriebenes naturalistisches Weltbild. Damit sage ich allerdings auch nicht, dass jeder Bright ein Satanist ist. Doch die Wege sind kurz.

Sergej: Wie würden Sie reagieren, wenn Sie einem Bright begegnen?

Dmitri: Wir begegnen ihnen täglich. Nochmal, sie sind bereits überall. Vor allem an den Universitäten.

Sergej: Dann frage ich anders. Wie erkennt man sie und wie schützt man sich?

Dmitri: Man erkennt bei ihnen, wie bei allen Sekten, eine Verhärtung des Weltbildes. Stellt man dies fest, unterlasse man jede Diskussion und wende sich ab. Abwenden, nicht diskutieren!

Sergej: Das ist schockierend.

Dmitri: Weisst Du Junge, es gibt so viele gefährliche Menschen, diese sind nur ein Teil davon. So ist die Welt. #Sekte #The Bright